n0name newsletter #40 ?stadt Do., 31.01.2002 18:44 CET

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DIGITALGRAFFITTY

*Inhalt/Contents*
0. Intro
1. Don't "Go China"?
2. Nick. _Roman_ (Fortsetzungsroman) Teil 8
3. DigitalGraffitty
3,5. rubrik stenzel
4. Airwaves ist ein Kaugummi!
   RadioHandyRadio
5. FONDS zur Organisation Nichtkommerzieller Dinge
6. Sampler

24 KB, ca. 8 DIN A4-Seiten


0.

Intro

.

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1.

Don't "Go China"?


Auf dem Laserpointer vom Flohmarkt steht "Made in China".

"Chinese Art of" Kapitalism

"The best way to learn the characters is through progressive
interiorization. This means that the learner should first execute the
gesture in the air (...)."

The best way to learn the business is through progressive interiorization.
This means that the learner should first execute the gesture in the air
(...).

Welche Bewegungen des Koerpers werden trainiert, was wird ihnen und in
die Gedaechtnisse eingeschrieben wenn der Transrapid gebaut wird?

"Wer Commander Wu Xiangming nicht naeher kennt, haelt ihn auf den ersten
Blick fuer einen liebenswuerdigen aelteren Herrn. (...) Doch der Schein
truegt. Allein schon sein Name jagt manchem gestandenen Thyssen-Krupp-
oder Siemens-Manager einen eiskalten Schauer ueber den Ruecken. Commander
Wu gilt nicht nur als knallharter Verhandlungspartner, sondern auch als
herrisch und rechthaberisch. Seien lautstarken Wutausbrueche, seien
cholerischen Anfaelle und seine mitunter ausfallende Wortwahl treffen
nicht nur seine eigenen Mitarbeiter, sondern auch deutsche Techniker und
Manager.
Nicht umsonst wird sein Hauptquartier auch als Folterkammer genannt. (...)
Wu kann es sich erlauben, mit seinen Mitarbeitern und Partner umzuspringen,
wie es ihm beliebt. Denn der Erfolg verzeiht ihm fast alles. In der
Rekordzeit von nur zwei Jahren stampfte er den internationalen Flughafen
Pudong aus dem Boden. Der Bau der Shanghaier U-bahn verlief in aehnlich
atemberaubendem Tempo wie jetzt der Bau der Transrapid-Strecke. (...)
Auf Wu selbst lastet ebenfalls ein riesiger Druck. Er steht bei
Premierminister Rongji im Wort: Die Jungfernfahrt ist fuer den 1. Januar
2003 geplant, ein Jahr spaeter muss alles fertig sein."

"Shanghai muss sich (...) ueberlegen wie es die Investoren wieder zuegelt.
So beschwerte sich Bauminister Yu Zhengsheng kuerzlich, dass die
Immobilienpreise in diesem Jahr zu schnell gestiegen und in einigen
Regionen sogar "unangemessen und anormal" seien."

"In Kassel werden bei der Thyssen-Krupp Transrapid GmbH (TKTR) Zuege und
Antriebstechnik gebaut."

Koerper Technologie Globalisierung Kunst

"Internet und Demokratie am Beispiel China. Die Standpunkte sind A das
Internet kann kontrolliert werden und China bietet ideale Vorraussetzungen
fuer eine effektive Kontrolle der Internetnutzung und B dass das Internet
grundsaetzlich nicht kontrollierbar ist und so auch in China einen
demokratisierenden Effekt hat/haben kann."

"NetSoundArt fuer Tibeter, Chinesen oder Japaner

www.tu-berlin.de/~arch_net_art/2.html

deckt das ganze Spektrum zwischen spielerischem Chaos, eigenen
Wortkombinationen und dem Hoeren eines fliessenden klassischen Textes:
Alle demokratischen Moeglichkeiten eben, die man mit Woertern als Material
anstellen kann."

"Four web dissidents are currently jailed in China: Qi Yanchen, chief
editor of the online magazine "Consultations", arrested on 2 September
1999 and sentenced to four years in jail (see IFEX alerts of 21 September,
13 July, 26 and 5 June, 17 and 3 March and 26 January 2000 and 3 September
1999); Huang Qi, creator of the website www.6-4tianwang.com, detained
since 3 June 2000, whose trial was postponed (see alerts of 9 February and
18 January 2001, 13 July, 26 and 7 June 2000); Jiang Shihua, teacher and
owner of Silicon Valley Internet Cafe, jailed since 16 August 2000 and
sentenced last December to two years in jail (see alerts of 14 March 2001
and 22 August 2000); and Yang Zili, creator of the website
www.lib.126.com, whose family has not been informed of his whereabouts
since he was detained by the police on 13 March (see alert of 20 April
2001).
[Thu, 26 Apr 2001]

For further information, contact Vincent Brossel at RSF, 5, rue Geoffroy
Marie, Paris 75009, France, tel: +33 1 44 83 84 84, fax: +33 1 45 23 11
51, e-mail: asie@rsf.fr, Internet: http://www.rsf.fr

In citing this material for broadcast or publication, please credit RSF.

Reporters sans frontières (RSF), Paris"

"In den letzten Jahren ist die aktuelle Kunst aus der Volksrepublik China
ein wichtiger Faktor innerhalb des Ausstellungsgeschehens in Westeuropa
geworden.

(...) interferieren die Gattungen Film, Theater und Performance zu einem
totalen crossover, was in den letzten zwei Jahren in der VR China ein
immer wichtiger werdendes Phaenomen ist."

"3. Die Traditionen. Pekingoper, Puppentheater, die Faszination des
handgeschoepften Papiers, Rituale, in Stein geschnittene Stempel,
Tuschemalerei, Kalligraphie, alles inzwischen laengst funktionslose Relikte
der alten Zeiten werden zwar noch praktiziert, aber ihre Relikte oder die
Objekte stehen nur noch als Nippes im Wohnzimmerschrank oder tauchen als
Sentimentalia hin und wieder im Bewusstsein des taeglichen kapitalistischen
Lebens in China auf.

den Tuscheromantizismus, die Souvenirs, die immer noch sehr rote
Staatspolitik auf jeder Buehne, und nach einer Pressekonferenz sehen Sie
dann im Nebenraum, wie den chinesischen Journalisten von einem, der dazu
da ist, aufs Papier diktiert wird, worum es geht."

Diskrepanz zwischen Folklore und kapitalsozialistischer Technokratie

"(...) China [hat 1994] ein Eugenikgesetz verabschiedet, das die
Abtreibung "abnormaler Foeten" vorsieht und geistig behinderten verbietet
zu heiraten. Die bevoelkerungsqualitaet solle verbessert werden,
berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua (Neues China) am
Donnerstag."

In der "China"-Ausstellung in der documenta-Stadt Kassel zeigte einer der
Kuenstler sein Buch _Go China_ (mit oder ohne ? ?), es besteht u.a. aus
vielen leeren weiszen Seiten.

"Die globalen Vernetzungen der Telekommunkationssysteme fuehren zu neuen
Bewertungen des Globalen und Lokalen, der Gegenwart und der
Vergangenheit, (...).

"We want to create a living event in which the viewer can participate,
(...)"

"Cities on the move. Urban Chaos and Global Change. East Asian Art,
Architecture and Film Now" (...) reiste seit 1997 durch die westliche
Welt (Bordeaux, New York, Kopenhagen, London, Helsinki) (...)."

Die Polypolis wird beschworen, Gestalter verwechseln die Zeichen des
Wohlstands mit dem System partieller Unterdrueckung.

"Hoelle auf Erden"

"Urban Personality

fast changing world

To be globalized
modernized

Why don't we stop for a little while and have a reflection?"

"In der Zeit von Juli 1999 bis Juni 2001 wurden in China: Ueber 50.000
inhaftiert, ueber 233 zu Tode gefoltert (...)."

"Fortschritt erfordert Tote"

Repression gegen Falun Gong eine Reaktion der Globalisierungs-
Modernisierungs-Ideologie Chinas, gegen das Andere Innere?

China ist der rote Punkt auf dem i, das ein blauer Pfeil der Oekonomie
trifft "Ambassador Lectures On The World Economy"

"(...) bei Tempo 400? Das muss keine Utopie bleiben. (...) Ab Mitte
Maerz [2001] unternimmt der Transrapid, der jetzt nach Shanghai verkauft
wurde, auf seiner Teststrecke im Emsland wieder Besucherfahrten. (...)
www.transrapid-mvp.de"

In der Computeranimation: vorbei an den futuristisch-zeitgenoessischen
Tuermen der Kulisse Shanghais.

Susi Meier

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2.

Nick. _Roman_ (Fortsetzungsroman) Teil 8


Aaaah. Irgendetwas schrie. zunaechst abstrakt, dann konkret.
"Aaaaaaah", Aaaaaaaaaah.
Roman hatte ein Tag gesetzt, seine Marke. Er war auf einmal DER
LASERTAGGER.
Die Zeichen kamen auf ihn zu, eine rotsilberglitzernde Halluzination.
Alles nur neue Technik, alles nur neue Technik.

Teil 9 im n0name newsletter #41

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3.

DigitalGraffitty

http://www.n0name.de/digraf

T(ech)-shirt tshrt.gif 62 KB http://www.n0name.de/digraf/tshrt.gif
Dis-Play display1.gif 76 KB http://www.n0name.de/digraf/display1.gif
Glas glas1.gif 32 KB http://www.n0name.de/digraf/glas1.gif
LASERTAGGER lsrtgr.gif 18 KB http://www.n0name.de/digraf/lsrtgr.gif
DIGITALGRAFFITTY digraf1.gif 66 KB http://www.n0name.de/digraf/digraf1.gif
GPistol gpistol.gif 16 KB http://www.n0name.de/digraf/gpistol.gif

Ali Emas

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3,5.

´´``´´``
``´´``´´

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4.

Airwaves ist ein Kaugummi!

RadioHandyRadio


In einem Environment aus frischer, gruen-weisz-beig-rot-blauer Corporate
Identity. Auf dem Ruecken einer Jacke steht "FUTURE". Der Verkaeufer hat
seine 4monate alte Tochter auf dem Arm, er dreht seinen braungebrannten
Kopf zum Kunden. Hinter ihm das Plakat individuellen Tunings grenzenloser
Vernetzung. Auf der runden Theke liegt eine SIM-Karte. Auf ihr ist der
Cartoon mit dem Mann mit der Gurke in der Hand abgebildet, der sagt
"Bitte, Lieber Gott, lass sie klingeln!".

Ein paar thetische (All)Gemein*plaetze*: Raumwesen erobern Raum nicht, sie
stellen ihn zunaechst her, um ihn dann in Besitz zu nehmen, um sich oder
irgendetwas auf ihn zu projizieren. Oder genauer, sie benutzen ihn als
Medium. Sie benennen ihn, erfinden damit Stellen & Orte und benehmen
sich in diesem Raum damit identifikatorisch. Das heiszt, Raum ist nicht
a priori einfach da, er wird permanent codiert, und wirkt permanent
codierend. Das kann z.B. gut aus Christoph Columbus' Logbuch
herausgelesen werden: Ich nenne diese Bucht soundso, ich nenne diese
Insel soundso. Der sog. OEffentliche Raum existiert nicht an sich, er
ist Produkt, ein historisches, dialektisches, komplex und "irgendwie
kybernetisch". Graffitty-Writer; Piratensender und -empfaenger;
Modesampler; Kids, die mit Laserpointern herumspielen; sie eroeffnen,
indem sie auf Leute zielen, zuerst die raumzeitlichen Relationalgefuege,
die aus Zwischenraeumen bestehen. Alles was mit Begegnung, Treffen,
Kommunikation zu tun haben koennte wird entsprechend fraktal. Es
zerfaellt demnach kein Ganzes, sondern es gibt immer schon nur Teile.
Computern, als Medium des Als ob, kommt ein aehnlicher Status zu, ihre
Medialitaet ist der technische Entzug ihres Status, der nur durch
Bezugnahmen zum Simulierten entstehen kann. Handys, Mobilfunktelefone,
drehen diese offene Diskursstelle um. Sie verdichten medialen
Raum, weil sie ihn auf bestimmte Funktionsweisen komprimieren und
gleichzeitig durch die Erhoehung von Effizienz erweitern, ihn
intensivieren. Davor hatte der Staat 1999/2000 in Wien, und 2001 in
Goeteborg Angst, und damit wollen die Unternehmen ihren Marktanteil jetzt
vergroeszern. Wenn Gadgets wie Mobiltelefone metaphorisch an Phantasmen
wie den AEther, die Noosphaere oder den Frequenzsee angeschlossen werden,
dann werden sie ideologisch und soetwas wie de-codierbar. De-Codierbar als
das technisch-mediale Apriori, das sie als Divergenzmedium (?) im
Zeitalter postulierter Konvergenzen sind.

~ Kampf um Raum in Frage stellen!, denke ich. Eine Epistemologie der
Medien ist ohne Oekonomie der elektronischen Raeume nicht denkbar -
mediale Oekonomie, oder medialistische Oekonomie, oder Oekonomie der
Medien. Gibt es das schon als Disziplin? Oder, wie macht man ein
kuenstlerisches Konzept + Businessmodell aus diesem
Handy-Logo-Pseudohype?

Klar scheint, dass Raum und Machtraum medial bedingt sind und die
"Service"-Dienstleistung eine der Folgen ist. Raum und Machtraum scheinen
aber nicht verkuerzt werden zu koennen auf die technische
Globalisierungsthese, es gibt da ja noch dieses altmodische Profitstreben
und das Lifestyle-Angebot. Mit Tauschringen soll das kontrastiert werden.

SMS und UMTS-Stream, hochgradig ephemer, verboral? Die textuellen Formate
werden vielleicht nun dezentral behandelbar. An einer Straba-Haltestelle:
"Ich finde manche SMS so schoen, ich Speicher die immer ab und jetzt ist
mein Speicher voll." Cool ist, dass der museale Ethos der akkumulativen
Hochkultur damit erfuellt wird und zugleich vom Zentrum
"gesamtgesellschaftliche Kultur" abgezogen wird. Das Ganze wird
multitude, vielfaeltig, unuebersichtlich. Das hat mit Gattungen nichts zu
tun. Genres ist fuer Studenten.

Die mittlerweile konventionelle musikalische Strategie des Sampling bietet
neben verschiedenen Taktiken und konzeptionellen Tools der Subversion
auch Anschluesse an inneraesthetische Kategorien wie z.B. den Groove.
Bekannt ist hierfuer die sogenannte Ghostnote, Noten die in der
Partitur nicht auftauchen, Sound, der nicht offiziell ist, aber
dennoch gespielt wird, um den Groove in seiner Erweiterung des Taktes
erst zu sichern. Ein systemkonformes Verfahren, das zur Erhaltung der
Struktur dient, weil es nicht mit der hergebrachten Aesthetik des Groove
bricht, ihn nicht kalt bzw. maschinell, d.h. fehlerhaft macht, weil das
hoergewohnte Rascheln zwischen den Takt-Schlaegen der Snaredrum vorkommt.
Fehlt die Geisternote, also das was dem sturen Beat seiner Erweiterung
wegen hinzugefuegt wurde, aber laut Text nicht da sein duerfte, ist der
Soundtext nicht vollstaendig. (Techno-Beat war deshalb immer
unvollstaendig.)

Ich denke 1. an ein Geistermedium, das den Sound der kanonisierten
Sender vervollstaendigt, mit ihnen im Konzert also das vorspielt, was
diese im Text nicht vorsehen koennen. Das waere ein reformerisches
Korrektiv, soetwas wie ein Offener Kanal, soetwas wie Reverse
Engeneering? Man erinnere sich daran, dass auch die Geste des
gegen-die-Gebrauchsanleitung-benutzen immer nur im Programm des Mediums
arbeiten kann, selbst wenn das Programm wie im Fall des Gameboy
veraendert wurde, das ist eine unueberschreitbare systemische Grenze!
Und im Sinn einer Kritik am Modell Sender-Kanal-Empfaenger kann gefragt
werden: Bleibt die Audience erhalten? In einer groszen deutschen
Musikzeitschrift findet man im Januar 2002 die Abbildung eines jungen
Mannes und einer jungen Frau, die gemeinsam (?) Walkman hoeren
(genaugenommen sind sie mit ihren Kopfhoerern an einen CD-Player
angeschlossen); sie demonstrieren damit ein Exklusionsprinzip,
Disktinktion. Es sieht so aus wie Sex ohne Sex. Oeffentlich!
Und 2. denke ich an ein Translationsmedium, an ein Crossmedium, das
aehnlich wie es das Crossposting in verschiedenen Mailinglisten das
Schema des Sendens aufnimmt und unterlaeuft. So koennen Metasoundtexte
gebildet werden. 3. denke ich an ein schoenes Medium, das direkt wirksam
ist und privat UND oeffentlich ist: das ist ein Apparat, eine Maschine
(oder Maschienerie), die wir schon haben: Handys (moeglichst ohne die
grammatikalische Korrektheit des Plural "Handies"). Den Fetisch mal
geschenkt (damit meine ich beides, *umsonst* und mal nicht im Fokus
der Kritik!) geht das utopische Programm dann so: 'Wenn uns jetzt die
Frequenzen bald gehoeren' - faktisch wurden sie ja privatisiert und
so dem Praefix Demo (demos, das Volk) dem Konstrukt Demo-Kratie
entzogen, was dem Aufbau der Logik der Genpatentierung gleichkommt,
weil etwas, das physikalisch erst hergestellt werden muss und nicht
naturvorkommende Ressource ist, verkauft wurde - '"wenn also
dann" benoetigt niemand Lizenzen oder Erlaubnisse, weil die Knappheit
aufgehoben ist und statt Ordnung der Bandbreiten ihre Unordnung, sprich
Anarchie gegeben ist.' Wer repraesentiert denn ueberhaupt noch Volk?
Muss nicht ein anderes Instrumentarium genutzt werden, mit dem der
voelkische Begriff "Volk" abgeloest wird? Mehr Stoerung, mehr
Ghettoblaster? "Stoeren geht nicht mehr." Das Ghetto, die Venezianische
Insel der Segregation, bringt andere kulturelle Formen hervor, die dann
Mainstream werden. Ich suche also nach einer Drehung, nach einem Dreh die
Konfrontation sozialromantischer Allgemeinheit, das was Oeffentlichkeit
heiszen soll, mit der Fantasie individualistischer Radiopraxis mit Option
zur Kollektivierung zu verbinden. Das Ganze wird multitude, vielfaeltig,
unuebersichtlich.

Bei Burroughs' ist der halluzinatorische Begriff des Senders der des
Herrschers, aber der Herrscher ist dumm und kann nur senden, nie
empfangen. Die Technik "Open Space" bietet dagegen an, die Sender zu
zerstoeren und alles zu chaotisieren, um dann zu einer 'Neuen Ordnung'
zu kommen, die wiederum zerstoert wird. Der Handyverkaufer koennte
seine Subsistenz mal anders definieren und z.B. seine Frau marxistisch
Fischen gehen lassen.

Gleich gehts auf Sendung! Ich schiebe mir noch ein von
Wrigley's in den Mund, mein anti-kommunikativer Gestus. Radio mittels
Mobiltelefon zu "machen" heiszt vielerlei: Ironische primitive
Umwertung/Umdefinierung (als Prozess!) von Gadgets statt ihrer
Umprogrammierung (Stichwort: Reverse Engeneering) - vielleicht eine
Post-Futuristische Attituede, oder ist es Social Engeneering ohne
Impact?; Kritik am Brechtschen Radiomodell und am positivistischen
Sender-Empfaenger-Kommunikations-Modell seit Shannon&Weaver gleichzeitig,
aber ohne sofortige Aufhebung in Baudrillards Unmoeglichkeit der
Kommunikation jedoch mit Anteilen von "Gegenoeffentlichkeit"
(ambivalent, ambivalent); ActionResearch mithilfe der These vom "Medium
ohne Zuhoererschaft"; Herausarbeiten - auf der Basis von organisiertem
Halbwissen - und Spielen - im Sinn der These vorhandener sozialer und
des technischer Programme des Geraets - mit dem Phantasma des "Radio"
(Geisterstimmen/Geistermedium, Vernetzung, Oeffentlichkeit und
Gegenoeffentlichkeit, Piratensender, Autonomedia, Underground,
Multiplex Netzwerk) und der Fantasie des *Radio als ob* (Social Hacking,
Fake Nr. 1735, Overground, Mikromedien, Culture Jamming, Business
Modell). Eine Radiostation mit einem Handy zu betreiben heiszt ein
Translationsmedium, ein Crossmedium zu erfinden. Denn Konvergenz kann
gelesen werden als ordnende Zusammenfuehrung der Einzelmedien
(Portabler Computer simuliert Handy, Handy simuliert Radioempfaenger)
und als Zentralisierung von Medienpraxis, weil am und im Geraet die
Netzzugangs- und Konsumstrukturen aufgbeaut werden. Konvergenz ist also
nicht blosz ein techno-logisches Desiderat, sondern auch ein
etatisischer Wunsch. Ein Medium, das - wie die Rhetorik um den Computer
vorgibt - alles simuliert, ist aber selbst schon zentralistisch gedacht,
denn auch das Konzept des Computers als Rechner ist auf
Peripheriegeraete angewiesen, die ihrerseits Chipgesteuert funktionieren
moegen aber nie nur und ganz Rechner sind. Nur ein organisierter
Medienverbund schafft Kohaerenz, wenn z.B. 3d-Effekte oder soziale
Bindung hergestellt werden sollen. Aber dieser Verbund, diese
Medien-Nation schafft auch Konflikt. Diese Effekte muessen auf
ihre Moeglichkeitsbedingungen hin untersucht werden. Wird bei der
Kommunikation K statt von ihrer ewigen Funktionabilitaet von ihrer
Unwahrscheinlichkeit ausgegangen (Unwahrscheinlichkeit der
Kommunikation), dann unterliegt K nicht dem Primat ihrer
Perfektionierung, also wie sie zu verbessern sei (Stichwort: Multimedia)
- Beim Konzern Philips gilt der Slogan "Let's make things better" "dem
Rest der Welt gegenueber [als] ein Versprechen". Stattdessen wird gefragt
*wie* sie zustandekommt. Oder es wird gefragt, *wann* Kommunikation
zustandekommt. Nur Kommunikation schafft Gesellschaft, sagt der Forscher.
Kommunikation ist alles, sagt die Firma. Kommunikation ist nicht alles.
Schlieszt man seinen Radioempfaenger an eine Schaltuhr mit Randomfunktion,
gradiert man wie Cage das subjektive Verhaeltnis zu einem stoischen
Nullmedium. Dann kann man so ein komisches Training oder eine zwanglose
Uebung machen, in der die Beobachtung auftreten kann, dass weder die
Subjekte das Medium beherrschen, was immer synonym zu Demokratie gesetzt
wird, noch das Medium die Subjekte beherrscht, was oft synonym zu
Diktatur verwendet wird. "Airwaves" ist ein Kaugummi!

Matze Schmidt

http://www.n0name.de/radio.html


transmediale.02

Panel
SMS Encounters: Die Verdichtung von Öffentlichkeit?
Donnerstag 7. Februar 2002
Haus der Kulturen der Welt
14:00 Konferenzsaal 1

SMS-Fieber - das ist nicht nur E-Speed-Lyrik zwischen zwei Leuten. Romane
und Sportnachrichten sind im SMS-Abo beziehbar. Der Afghanistan-Krieg hat
sogar die Truppenbetreuung durch SMS hervorgebracht. Kultur- und
Medienproduzenten experimentieren mit dem Privatmedium, um das
Mobiltelefon als Eingabetastatur für neue Formen öffentlicher Sendungen
zu benutzen. Seit geraumer Zeit nimmt so ein halb-öffentliches
Kommunikationsnetz vage Konturen an. TV und Radio etwa werden von
Medienaktivsten mit der privaten Fernbedienung kurzgeschlossen.
Entstehen zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit Brüche, wenn ein
privates mobiles Medium mit immobilen öffentlichen Medien kurzgeschlossen
wird?

Das Panel SMS Encounters soll das Produktionsumfeld (intermedialer) SMS-
Anwendungen beleuchten und ihren Öffentlichkeitsbegriff klären.


Key Note Speech:
Olaf Arndt, Kuenstler, www.bbm-ww.de

Panel
Alexandra Bohn, Autorin, u.a. www.spex.de
Klaas Glenewinkel, Medienproduzent, www.okb.de
Christoph Maire, CEO, www.gate5.de
Nils Röller, Medientheoretiker, www.khm.de
Matze Schmidt, Medienaktivist, www.n0name.de

Eine Kooperation von Berliner Gazette + Media Arts Lab/Künstlerhaus
Bethanien

http://me.in-berlin.de/~transmediale/de/02/event.php?id=14

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5.

FONDS zur Organisation Nichtkommerzieller Dinge

FEHLER

Der FONDS hat bisher keine Form und keinen Referenten. Er 'gehoert' jeder
und niemandem. Die Prinzipien und Regeln werden erarbeitet, ... oder
Permanente Revolution?
FONDS sponsert zur Zeit:
Die Ausstellung von Maike Biederstädt im im BTR, Kassel (Info:
mail@pulpi.de)
Den n0name newsletter http://www.n0name.de

Fortsetzung folgt!

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V-Mann Virtualitaet Mann
ES Embryo Sex
MannEmV
-xSVirli a
yeE

Sam Pler

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Sie erhalten den n0name newsletter, weil sie da sind!
You get the n0name newsletter, because you are there!

n0name, c/o Matze Schmidt (V.i.S.d.P), redaktion@n0name.de

n0name is a Open Profit/Non-Profit Content-Provider & Sampling System.
http://www.n0name.de [n0name with a 0 (in words "zero")!]

Naechster n0name newsletter/Next: Maerz 2002/March 2002

Vorschau/Preview:
Das _log.buch_ +- _Cyberhypes_
_Chat-Kommunikation_. Exzerpte, Samples und 1 Besprechung
3000 [schon fuer #39 und #40 angekuendigt ;) ]

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