n0name newsletter #30 Muenchen Sa., 20.10.2000 23:54 CET

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*Inhalt/Contents*

1. live! von "Log in - Log off - Log out" in Muenchen 2
   Was macht ihr eigentlich hier? (german/english)
2. Trade and Communicate
   Über Handel und Kommunikation im Internet (german)
3. Danger museum's 24hour web-action
   "Give us ideas. We are running out ... " (english)
4. www.webcamping.org, Statistik etc.
   Das Internet ist demokratisch und interaktiv. (german/english)
5. Private Sicherheitsdienste: Gefahr für den Rechtsstaat! (german)



1. live! von "Log in - Log off - Log out" in Muenchen 2 (german)
Was macht ihr eigentlich hier?



-> Attachment fisch2.gif

Sperrt "Big Brother" ein!

"Laden"-Künstler lassen es länger platzen

Der Lothringerstraße 13-krieg im neuen "Laden" ist beendet! Das
Hasengitter wurde von den jungen Kuratoren medienwirksam befreit. Das
ausgedachte Einsperr-Konzept frei nach "Medien-Werkstatt" wurde von den
TV-Show-Kandidaten boykottiert. Alles Individualisten: Die neun
supranationalen Künstler, die seit 13. Oktober den "Laden" in eine
anarchistische Zelle verwandelt haben, funktionieren nicht! Sie wollten
sich wie Affen im Zoo betrachten lassen, aber ihr kritisches Potential
war dann doch zu hoch. Akustisch bewaffnet, zeigten sie sich bei der
Entwicklung ihrer internen Arbeiten den Passanten aber nie nackt. Die
verstanden das aber gar nicht. Was hinter der Schaufensterscheibe an den
Laptops passierte war keine Frage: populistische Spielchen mit den
Standortfantasien städtischer Kulturmanager. Die sorgten für Pizza,
sowohl hinter als auch vor der Scheibe. So entwickelte sich eine täglich
fetter werdende Diskussion um den Belag. Man befand ihn als zu scharf und
handelte. Eigenmächtig öffnete die Künstlerkommune 1 München die Türen
und diskutierte auf der Straße weiter oder sogar in der benachbarten
Kneipe, über die Weltrevolution, Essen und Schwimmbäder. Die
Verantwortlichen Amy Alexander, Blank & Jeron, Mario Hergueta & Burkhard
Lang, Matze Schmidt & Sebastian Stegner, Woon Tien Wei & Shimizu Miho
konnten das natürlich nicht zulassen und ließen die Kreditkarten sperren.
Doch die Rebellen hatten letztlich die besseren Argumente, ist doch Kochen
ihr Hauptbetätigungsfeld mit und ohne Netz. Wir werden nicht weiter
berichten.


Hi Liebste,

inzwischen ist Freitag und die Presse hat sich auf auf ihr Thema
eingeschossen, volles Rohr vorbei. Die Süddeutsche titelte heute: "Big
Brother" geplatzt. - und in der morgigen Ausgabe: Kunst und Gefängniss.
Irgendwie geht dieser Medienquark mir ziemlich auf den Sack, denn er
arbeitet sich nur an dieser dämlichen Oberfläche ab, und die
eigentlichen Inhalte verschwinden mal wieder dahinter. Sicherlich ist
dieses Einsperrenzeug von vornherein medienträchtig im Hinblick
aufs "Big Brother" entweder inzeniert oder bischen blöd eingefädelt
worden.
Jedenfalls als thema auch für unsere Arbeit hier doch dominierend
gewesen, denn daran haben auch wir uns als quasi technische Vorgabe
abgearbeitet.
Gerade laufen die recordeten Videobilder von der Eröffnung über den
Videoscreen und es sieht verflucht hip aus. Es sieht nach NASA
Astrofauen aus die sich gerade verabschieden und lächend in die
Allschüsell steigen. Fuck!
Dann haben auch noch meine eltern angerufen und wollten mich auf der
Webcam sehen.
Wie früher als das Fernsehen anfing. Mit der Webcam zu leben ist auch
ungefähr so was wie das Weltraumfeeling. Mit der Kamera im All und den
lieben einen lächelnden Gruß nach Hause übertragen. "Seht wie leicht
hier alles ist".Fuck!
Wir stehen hier ziemlich unter Zeitdruck, wie durchgeknallte hängen wir
hier und versuchen uns auf die geplatzte Aufsperraktion vorzubereiten.
In er neuen Ausgabe von zuhause Wohnen (1) wird das was wir hier
praktizieren (sollen?) auch wunderbar gesagt "Die neuen Computer-
Arbeitsplätze sind so schick und funktional, dass sie freiwillig zum
Workaholic werden". Genau, und das ist dann auch noch irgendwie community.
Fuck
Naja eigentlich wollte ich ja mal den ganzen Dreck aufbrechen und einen
theoretischen Artikel dazu schreiben, aber naja.
Liebste ich mach mal schluss, muß noch arbeiten!

PS Das verrückte ist, das unsere Arbeitsplätze hier scheiße aussehen und
wir trotzdem die ganze Zeit schuften. Wir zeigen einfach nur das was
jetzt eh überall steht.

1 zuhause Wohnen Heft 9 september 2000

Tausend Küsse, der Liebste


Das ist cool!

Halbtransparenz des Raums

Die Situation: neun Leute, eingeschlossen in einer Kunstgallerie. ........
Vor und hinter Laptops, Computern, einer Radiostation, Fernsehern.
Unter dem nicht so neuen Thema Zugang, auch "Access" genannt (nach dem
gleichnahmigen Roman von Jeremy Rifkin, laeszt sich vieles subsumieren:
der Umbau der Gesellschaften in EINE Kontrollgesellschaft, die mit
vorwiegend elektronischen Selbstueberwachungsapparaten arbeitet; die
Transformation dieser Ueberwachung in serielle Unterhaltung; die
subversiv-affirmative Selbstorganisation, der vor Jahren
prognostizierten Tribes im Netz; die Gruppendynamik in
Mikrogesellschaften; die Kluft zwischen den alten und neuen Kulturen;
die Aesthetik der Differenz in 3d-Raeumen geglaetteter Oberflaechen;
oder auch das Vorfuehren kuenstlerisch-aktivistischer Medienkompetenz.

Hier sitzen die sich selbst vermarktenden Super-User* von morgen, wie
sie in den gerechneten und rechnenden Space eingreifen; der aber
offenbar nicht so leicht zulaeszt, ihn allgemein zugaenglich zu machen
- was immer das auch heiszen mag. Was hier vorgefuehrt werden soll, ist
ein als bisher ueberkommen betrachteter Begriff von Avantagarde: junge,
dynamische Menschen zeigen wie man's macht wenn strategisch man dafuer,
aber gleichzeitig auch taktisch dagegen ist.

Zu diesem Dilemma des "Wie" kommt das Problem der inhaltlichen
Vermarktung und das damit verbundene Spiel in der Aufmerksamkeits-
Oekonomie hinzu. Wer - Person oder Institution - die
Medien(hauptstadt)stadt gewinnt oder nicht, oder nicht gewinnen soll,
wird auf Seiten der zu Kritikern des Ausstellungskonzepts mutierten
Kreativen zu Form und Inhalt. Eine Art Halbtransparenz der technischen
Aprioris. Was macht ihr hier eigentlich?

Die Gestik aktueller Medienkunst usw. vollzieht sich nicht so sehr
physisch, sondern informationell, in einen anderen Raum hinein, zu dem
der Zugang erst maschinell hergestellt werden musz. "Das ist cool!"

*Geeks

Matze Schmidt


That's cool!

Halftransparency of the space

The situation: nine people, enclosed in a artgallery. .........
Before and behind laptops, computers, a radio station, televisions.
Under the not so new topic access, also "ACCESS " mentioned (after the
novel of Jeremy Rifkin, we can summarize: the change of the societies
into a control society, which operates with predominantly electronic
monitoring apparatuses; the transformation of this monitoring
into serial maintenance; the subversiv affirmative self organization of
tribes in the network, the prognosticated years ago; the group dynamics
in micro companies; the gap between the old and new cultures; the
aesthetics of the difference in 3d-spaces of smoothed surfaces; or also
demonstrating artistic-activistic medium authority.

Here sit themselves the marketing superusers* from tomorrow, as they
intervene in the calculated and calculating space; however, obviously
Acces cannot be manufactured easily. Which is to be demonstrated here,
in an as so far old regarded term of Avantagarde: young, dynamic humans
show as man can make it if one is strategically for it, but is at the
same time also tactical against it.

To this dilemma of the "how" the problem of the contentwise marketing
and the associated play of the attention economics are added. Who -
person or institution - wins the Media-capital or not, or is not to win,
becomes part of the work of the creative ones mutated to critics of the
exhibition concept form and contents. A type halftransparency of the
technical Aprioris. What are you doing in here? The gesturing of current
media art etc. carries out itself not so much physically, but
informational, into another space inside, to that the access to be
manufactured only by machine. "That is cool!"

*Geeks

Matze Schmidt <matze.schmidt(at)n0name.de>

Kinderspiele oder Schnitzeljagd im Informationszeitalter

Eine Münchener Zeitung headlinte in einem Artikel zu den
Ausstellungseröffnungen in der Lothriger Str. 13 ungefähr so:
"Neue Kunst im Spaßzeitalter"
Wie recht sie mit dieser Überschrift hat stellt sich für uns jetzt heraus.
Die Kampfformen um die Oberfläche des Eingeschlossenseins nehmen zu.
Das Konzept, internationale Medienkünstler einzuschließen wird von Seiten
der Organisatoren mit Kinderspielartigen Spaßeinlagen auf die Spitze
getrieben. Hauptantrieb jener Tätigkeiten bewegt sich in ständig neu
produzierte Ideen hienein, die Galerietür möglichst effektvoll verhauen zu
können. Nachdem Gitterroste nicht das einhielten was sie eigentlich
versprachen, wurde heute Unternehmen Hasendraht (Chickenwire) gestartet.
Das Ergebniss hat gezeigt, dasz Schusterzangen eine effektvolle
Gegenstrategie darstellen.
Es zeigt sich ganz deutlich das die Prozessualität, die dieses Experiment
charakterresiert, offensichtlich nicht mit berücksichtigt wurde. Jede
"Fehlermeldung", die nicht unbedingt der Grundlage des Konzeptes
geschuldet, ist ruft offenbar stereotype Reaktionen hervor.

Wir Kinder versuchen doch lieb zu sein aber ihr lasst uns nicht.
Vielleicht kann man das auch so sagen.

Sebastian Stegner <sebast21(at)gmx.de>


     ZKN
     Zentrum für Kunst und Netztechnologie
     Internet Art for Galleries/
     New Gallery Interface(tm)

The Program Angels have answered the age-old question: How can
Galleries make a profit from net art?
Amy Alexander

http://www.lothringer13.de/LADEN/zkn/

© 2000 zkn | zentrum für kunst und netztechnologie/plagiarist.org


Rubrik stenzel für einsperren aussperren aufsperren

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The redesigned LADEN-Webpage:
http://www.lothringer13.de/LADEN/

Zine Nr. 26 & Nr. 27 liegt ab 21.10.2000 aus im LADEN, Lothringer Str. 13!
Mit Beitraegen u.a. von: Thomas Rohde, Volker Straebel, Paolo Bianchi



2. Trade and Communicate

Über Handel und Kommunikation im Internet


Blank & Jeron 10/ 2000


"Trade and Communicate" (TaC) ist eine soziale Skulptur zum Thema
E-Commerce und virtuellen Gemeinschaften.

Der Begriff Electronic Commerce vereinigt in sich verschiedene
Betrachtungsweisen und Definitionen. Die Umgangssprache verweist damit
meist auf das Electronic Shopping, die Möglichkeit über das Internet
oder andere Onlinedienste Waren zu kaufen. Das ist jedoch nur ein
Ausschnitt aus dem Gesamtfeld: Electronic Commerce ermöglicht die
umfassende, digitale Abwicklung von Geschäftsprozessen zwischen
Unternehmen und deren Kunden über öffentliche oder private Netze.
TaC stellt die Verzahnung unterschiedlicher Wertschöpfungsketten auf
der Grundlage des schnellen und plattformunabhängigen
Informationsaustauschs über Informations- und Kommunikationstechnologien
dar. Dabei steht der Aspekt der Kommunikation im Mittelpunkt. TaC
besteht aus vier eng miteinader verzahnten Komponenten:

einem Marktplatz für Bannerwerbung, einem Forum für Onlinegeschädigte,
einer intensiven Marketingkampagne und der Visualisierung der einzelnen
Kommunikationsprozesse.

1. Aufbau

1.1 Die internetbasierte E-Commerce- und Kommunikationskomponente
besteht aus einem Webshop und einer Werbebannerplattform. Im Shop wird
Besuchern die kostenpflichtige Platzierung eines Werbe-Banners auf der
TaC-Website angeboten. Sie haben die Auswahl zwischen drei Bannergrößen
(137 x 60, 234 x 60 oder 468 x 60 Pixel) und drei Kategorien (Premium,
Standard oder Nice Price). Mit der Entscheidung für eine Kategorie legt
der Besucher die Position des Banners auf der TaC Website fest.

Nach der erfolgreichen Onlinebuchung erhält der Kunde die Berechtigung,
ein Banner zu übertragen. Dieses Banner wird entsprechend den gebuchten
Konditionen auf der Homepage von www.trade-and-communicate.net in
einem festgelegten Layout plaziert. Die Banner sind die einzigen
gestalterischen Elemente der Homepage des Servers. Sie werden nach dem
Rotationsprinzip abwechselnd gezeigt. Es gibt keinen weiteren Inhalt
außer den Werbebannern. Die Banner sind wiederum ausschließlich mit dem
Online-Shop verlinkt. Die Website bezieht sich nur auf sich selbst und
führt so jede potentielle Werbeabsicht ad absurdum.

1.2 Mit www.we-care-a-lot.org entsteht eine Kommunikationsplattform für
Onlinegeschädigte, welche die soziale Komponente von TaC darstellt. Sie
bietet ein grafisches Interface zu einer Mailingliste, auf der sich
Onlinegeschädigte austauschen und gemeinsam Lösungsstrategien für ihre
Probleme entwickeln können. So könnte auch der Slogan "Handel und
Kommunikation" kritisch refektiert werden. Träger dieser
Plattform, wird der zu gründende Verein "Bund der Onlinegeschädigten"
(BdOg) sein. Der Verein bezieht seine Mittel hauptsächlich aus den
Erlösen des Onlineshops. Er kommuniziert seine Angelegenheiten über die
Mailingliste und verwaltet die Website www.trade-and-communicate.net.

1.3 Integraler Bestandteil des Projektes ist eine intensive
Marketingkampange, die den Onlineauftritt begleitet, um die nötige
Aufmerksamkeit in der Zielgruppe der Kunst-, Kultur- und
Medieninteressierten herzustellen und so den Verkauf von Werbeplatz auf
www.trade-and-communicate.net zu unterstützen. Gleichzeitig werden
damit Onlinegeschädigte auf das Forum aufmerksam gemacht. Gleichzeitig
reiht sich TaC mit den Werbeschaltungen in den kommerziellen Kreislauf
herkömmlicher E-Commerce-Sites ein und führt ein dissidentes Teilchen in
den störungsfreien Fluss der Information ein.

2. Das Thema

Die wachsende Bedeutung von E-Commerce im Internet wirft immer dringender
die Frage nach der Bedeutung von Wert und Werten auf. TaC stellt dabei
die grundlegende Frage nach dem wahren Wert von Information:

Wie ist das Verhältnis der Qualität des Inhalts eines
Informationsangebots zum Aufwand seiner Bereitstellung?
Wie ist die neue Ökonomie beschaffen, die sich mit dem Internet
entwickelt?
Welcher Mehrwert entsteht für User und Produzenten aufgrund der
Gestaltung von Informationsangeboten und -anwendungen?
Welche neuen Bewertungs- und Maßsystemen gibt es beim E-Business?
Wie verändern sich unsere zentrale gesellschaftlichen Werte, die sich
parallel zu der technischen Entwicklung vollziehen?
Wo sind die neuen Formen von Netzgemeinschaften, die sich über den
Austausch von immateriellen Werten definieren?
..........................................................................
TaC reduziert die Verfahrensweisen des E-Business auf seine grundlegenden
Prozesse. Diese Elemente werden wiederum ihrer gewohnten Umgebung
entnommen und stilisiert wiederverwendet. Durch diese doppelte
ästhetische Verfremdung erscheinen Zusammenhänge und Verfahrensweisen des
alltäglichen E-Commerce-Geschäfts in einem neuen Licht.
Der Kapitalfluß von TaC verbindet den Online-Shop mit dem Bund der
Onlinegeschädigten als dem Repräsentanten einer kritisch, sozialen
Gruppe. Vorstellungen von Reflexion und Kritik in einem Medium, in dem
alles mit jedem verbunden ist, werden auf die Probe gestellt. TaC
provoziert Nachdenken, wie unsere Vorstellungen und Werte die künftige
Entwicklung der venetzen Gesellschaft bestimmen.

URls
http://www.we-care-a-lot.org
http://www.trade-and-communicate.org

Blank & Jeron - Hobrechtstraße 31 - 10972 Berlin - fon 0177 45 47 106 -
fon 0177 36 44 200
email: sero(at)sero.org - http://sero.org



3. Danger museum's 24hour web-action

Press release:
The Danger museum presents.....
The 24 hour web-action

The museum celebrates the museum Day in munich, Germany, and the
celebration take its place also on the web.

Each minute there will be a new image for at least 24-hours!
But you know we always fail in the things we do... but you know we will
try our best. (1,440 images--- the biggest up load from the Danger museum
ever!!!)
The museum Day: The museum day is a day when all the museums and galleries
will be opened for free to the public. All the visitors will be given free
bus passes to visit as many museums/galleries as they like. Last year
there were 7000 visitors for the event... who knows what this year is
going to be like.

When?: (GMT +1) 0400hrs on the 20 oct 2000 -to- 0400hrs on the
21st oct 2000.

Where? : ---> http://www.lothringer13.de/LADEN/dangermuseum/webcam

Visit and see us in action!

As we will be preparing for the D-day here. The museum directors and the
museum team will be working hard. Cutting paper, making collages---
working hard for the museum... and the people. (catch us or talk to us
via e-mail)

We check about 3 times a day...

directors(at)dangermuseum.com

----------

"Give us ideas. We are running out ... "
www.dangermuseum.com
Tien and miho


4. www.webcamping.org, Statistik etc.


u better be inside

Das Internet ist demokratisch und interaktiv.

was wollen sie wirklich

Webcamping p.o.p. - public opinion poll

Bestimme das TV Programm! JETZT!

Das jeweils in der Abstimung führende TV Programm und das
Abstimmungsdiagramm ist auch im Schaufenster im LADEN /
Lothringerstr.13 in München zu sehen.

20.10.2000, 00:29
insgesamt haben 1247 haben gewählt
ARD   ## 14.5%      178
ZDF   #### 28.9%    355
RTL2  #### 29.3%    360
SAT1  # 7.1%        87
ARTE  ### 20.1%     247

http://www.webcamping.org
mailto: vote(at)webcamping.org



5. Private Sicherheitsdienste: Gefahr für den Rechtsstaat!

Presseerklärung
der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer PolizistInnen
(Hamburger Signal) e.V.
und
SAFERCITY
(http://www.safercity.de)

Kassel, 10.10.2000

Seit Kurzem werden Kassels Randgruppen an ihrem Treffpunkt im unteren Teil
der Königsstrasse (öffentlicher Raum) von der Protex-Security aggressiv
angegangen. Das Ziel ist die Vertreibung dieser Menschen aus der
Einkaufsstrasse.

Über den privaten Sicherheitsdienst Protex, der von den Geschäftsleuten
der City finanziert wird, hielten sich die Klagen bisher in Grenzen. Das
Bestreifen der Läden und Geschäfte der Innenstadt durch ein bis zwei
Firmenangestellte und mitgeführtem Hund war die Hauptaufgabe.

Neu ist hingegen, dass sich Protex-Angestellte (zwei uniformierte
Angestellte, ein zivilgekleideter Angestellter, Hund) verstärkt
am o.g. Treffpunkt aufhalten, Personen teilweise in aggressivem Ton
auffordern, den Platz zu verlassen und einen Fotoapparat auf die "Szene"
richten. Protex-Angestellte werden auch häufig im Gespräch mit
Bediensteten des Ordnungsamtes beobachtet, wenn die Behörde
beispielsweise Drogenkonsumenten kontrolliert. Führt die Protex Akten
über ihre "Kunden"?

In Bergheim (NRW) bestreift seit ca. 14 Tagen das Sicherheitsunternehmen
Kötter-Security im Auftrag der Stadt die Fussgängerzone, weil im September
ein junger Mann öffentlich zusammengeschlagen worden war. Bürgermeister
Jürgen Peters sah Handlungsbedarf für den uniformierten Sicherheitsdienst.

Obwohl der Auftrag der Stadt Bergheim an den Sicherheitsdienst ein gegen
Kriminalität gerichtetes Handeln beinhaltet, rühmen sich die Kötter-Leute
auch gegen Radfahrer in der Fussgängerzone und unangeleinte Hunde
vorzugehen. Auch die Kötter-Security hat der ansässigen Drogenszene an
der Stadthalle einen Besuch abgestattet schreibt der Kölner Stadt-Anzeiger
vom 03.10.2000. Ein Jugendlicher sagte der Zeitung: "Die gehen hier
entlang, kennen uns noch nicht einmal und wollen uns schon anmeckern".

Auf unsere Anfrage (telefonisch, 06.10.2000) beim Ordnungsamt der Stadt
Bergheim, nach welcher Rechtsgrundlage ein privater Sicherheitsdienst
Ordnungsaufgaben im öffentlichen Raum wahr nimmt, konnte der
Behördenleiter keine Antwort geben. Wir wissen, dass es keine gibt!
Auch wenn Uniformen, Schlagstöcke, Handschellen und mitgeführte Hunde dem
Bürger etwas anderes vermitteln, steht fest: Private Sicherheitsdienste
haben keine Sonderrechte und nehmen keine hoheitlichen Befugnisse wahr!

Aufgrund von Rechtsbedenken hatte das niedersächsische Innenministerium
der Stadt Northeim untersagt, einen privaten Sicherheitsdienst in der
Innenstadt patrouillieren zu lassen. In diesem Zusammenhang monierte der
Steuerzahlerbund, dass es dem Bürger nicht zugemutet werden könne, gleich
zweifach für die Dienstleistung Sicherheit zu zahlen, nämlich für
Staatsdiener und zusätzlich für Private. Und der nordrhein-westfälische
Innenminister Dr. Behrens soll zum Thema private Sicherheitsdienste
wiederholt geäussert haben: "das Gewerbe arbeite im rechtlichen
Niemandsland".

Zur Situation in Kassel und Bergheim entsteht leicht der Eindruck, dass
die beiden im Text genannten Sicherheitsunternehmen dabei sind, den Boden
der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu verlassen. Auch vor dem
Hintergrund, dass Polizei und Sicherheitsfirmen immer häufiger
kooperieren (in Mecklenburg-Vorpommern existiert ein vom Innenministerium
unterzeichnetes Kooperationsabkommen) und Informations- und Datenaustausch
betreiben, fordern wir Bundesinnenminister Schily auf, seinen im Sommer
1999 angekündigten Gesetzentwurf, welcher Aufgaben, Befugnisse,
Datenschutz und Waffenrecht der privaten "Polizeipartner" regeln soll,
auf den Tisch zu bringen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer
Polizistinnen und Polizisten ist der Meinung es besteht erheblicher
gesetzgeberischer Bedarf bei der Zulassung privater Sicherheitsdienste
sowie bei Aus- und Fortbildung sowie Beschäftigten solcher Unternehmen.
Wir sind der Ansicht, dass private Sicherheitsdienste die Grundrechte
der Bürger oft ignorieren, weil ihnen die Interessen ihrer Auftraggeber
höherwertiger erscheinen. Dazu äußerte sich bereits 1977 der
Hamburgische Rechtsproffessor Hoffmann-Riehm: "Vielleicht könnte es in
Zukunft eine 'große Familie' privater Sicherheitsdienste geben, einen
'Clan', der Schutz verspricht, aber Macht meint"!

Weitere Informationen zu diesem Thema im Internet:

www.protex.de
www.koetter.de
www.is-kassel.de/~safercity/2000/erklaerung.html
www.is-kassel.de/~safercity/1999/presseerkl12_99.html
www.is-kassel.de/~safercity/1999/mcpom1.html
www.is-kassel.de/~safercity/1998.05.07-04.html


Private Sicherheitsdienste: Gefahr für den Rechtsstaat - Zweiter Teil

Auch unter den Augen der Bediensteten des Ordnungsamtes der Stadt Kassel
darf die Protex-Security gegen Trinker und Drogenkonsumenten im unteren
Teil der Königsstrasse vorgehen.

In einem Gespräch (12.10.2000) am Treffpunkt der "Szene", bei dem zufällig
auch die Protex-Security zugegen war, erklärten die städtischen
Vollzugskräfte (Hilfspolizisten), dass man keine Rechtsverletzungen der
Protex-Angestellten im Umgang mit den Randgruppen erkennen könne. Auch das
Fotografieren der am "Szene"-Treffpunkt anwesenden Personen sei erlaubt!

Grundsätzlich sei die Arbeit der Protex auf der Königsstrasse, aus Sicht
des Ordnungsamtes, positiv zu bewerten, sagte ein Hilfspolizist. Er
äusserte auch Verständnis dafür, dass die Auftraggeber (z.B.
Geschäftsinhaber) der Protex zufrieden gestellt werden müssen. Kassels
Geschäftsleute wollen eben nicht nur Sicherheit, sondern auch Sauberkeit
und Ordnung.

Beschwerden aus der "Szene", wonach die Protex-Security beispielsweise
Trinker provoziere und dadurch Streitigkeiten ausgelösst werden, sind
beim Ordnungsamt natürlich nicht bekannt.

Bereits vor ca. drei Jahren hatte die Kasseler Polizei auf einer
Veranstaltung zur öffentlichen Sicherheit klargestellt, dass der
Sicherheitsdienst den öffentlichen Raum nur durchquert, um zu den
Geschäften und Läden der Auftraggeber zu gelangen. Selbst Protex-Chef
Engin Agbag sagte vor einiger Zeit dem Kasseler Extra-Tip (Werbe- und
Anzeigenblatt), dass seine Leute keine Ordnungsmassnahmen wahrnehmen
dürfen.

Anders als die Kasseler Hilfspolizisten sieht der Vorsitzende der
Deutschen Vereinigung für Datenschutz, Dr. Thielo Weichert, das o.a.
Fotografieren der Protex-Security. Nach seiner Rechtsauffassung reicht der
Widerspruch der/des Betroffenen aus, um das Ablichten zu unterbinden. Bei
Nichtachtung wird das Recht auf informelle Selbstbestimmung verletzt.

Wir, die Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und
Polizisten, sind der Meinung, dass durch das Agieren der Protex-Security
eine Paxis vorherrscht, in der ohne jede Legitimation in die Grundrechte
der Menschen eingegriffen wird.

Offensichtlich besteht in Kassel auch ohne Kooperationsvereinbarung/
-vertrag zwischen einer Sicherheitsbehörde und einem
Sicherheitsunternehmen eine Art Zusammenarbeit, die sich zum Nachteil von
Bürgerrechten auswirkt. Diese Entwicklung haben wir vorausgesehen. In
Kassel ist eine Situation entstanden, in der sich ein martialisch
auftretender, unqualifizierter Sicherheitsdienst, im Schutz des
Ordnungsamtes besonders "sicher" fühlt.

Weitere Informationen zu diesem Thema im Internet:

www.is-kassel.de/~safercity/wausi.html
www.is-kassel.de/~safercity/1998.08.18-04.html
www.is-kassel.de/~safercity/gehb.html

Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und
Polizisten (Hamburger Signal) e.V zur Zusammenarbeit zwischen Polizei und
privaten Sicherheitsdiensten vom 15.09.2000:

Die Tatsache, dass der Bundesverband Deutscher Wach- und
Sicherheitsunternehmen (BDWS) e.V. mit dem Innenministerium von
Mecklenburg-Vorpommern eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen hat,
die die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Sicherheitswirtschaft im
Ostseebundesland regeln soll, ist beim nordrhein-westfälischen
Innenminister Dr. Behrens vermutlich auf Unverständnis gestossen.
Dr. Behrens soll zum Thema Private Sicherheitsdienste wiederholt
geäussert haben: "das Gewerbe arbeite im rechtlichen Niemandsland".

Während man sich im hessischen Stadt Allendorf und in Chalottenburg über
private Sicherheitsleute freut, die für die Kommunen Randgruppen aus der
Innenstadt vertreiben bzw. fernhalten, wurden ähnliche Pläne der Stadt
Northheim durch das Niedersächsiche Innenministerium untersagt.
Fest steht, dass Arbeit und Ansehen der Privaten unterschiedlich bewertet
wird. Was heisst das aber für die Polizei, die beispielsweise für die
Städte Anklam, Belzig, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Schwerin, Stralsund
und Wiesbaden Kooperationsvereinbarungen/-verträge mit BDWS-Unternehmen
auf kommunaler Ebene abgeschlossen hat? Die Polizei erhofft sich durch die
Informationen der Sicherheitsunternehmen eine höhere Aufklärungsquote von
Staftaten bzw. Ordnungswidrigkeiten und in der Folge mehr Sicherheit für
die Bürger. Die BDWS-Unternehmen haben zunächst keine Mehreinnahmen durch
diese Vereinbarungen, erhoffen sich aber mittel- bis langfristig gesehen
höhere Umsätze, indem sie zu anerkannten Polizeipartnern "heranreifen"
und so auch die (billige) Konkurrenz abschütteln.

Gerade beim Stichwort "Polizeipartner" sehen viele Kritiker folgende
Gefahr: Die Privaten bekommen neue Aufgabenfelder und drängen verstärkt in
die Öffentlichkeit. Vermehrte Konflikte zwischen Bürgern und
Sicherheitsangestellten sind die Folge.

Wird nun die Polizei hinzugezogen, so kann ihre Neutralität in Frage
gestellt werden. Natürlich ist den Sicherheitsunternehmen bewusst, dass
sie durch ihre Kooperationsarbeit (beobachten, erkennen, melden) einen
Beitrag leisten, der sich für die Polizei positiv niederschlagen kann.
Das erwirtschaftete Geld kommt aber nur von ihren Auftraggebern, wie z.B.
Kauf- und Geschäftsleuten. Gerade diese sehnen sich im Umfeld ihrer
Geschäfte und Läden nicht nur nach Sicherheit, sondern auch nach
Sauberkeit und Ordnung.

V.i.S.d.P.: Thomas Brunst, Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft
Kritischer Polizistinnen und Polizisten (Hamburger Signal) e.V., Sommerweg
13A, 34125 Kassel, Tel.: 0561/5790618,
Email: thomas.brunst(at)safercity.de

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interfiction 2000/VII
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gemeinschaften
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