|<------ Breite: 72 Zeichen - Fixed Width Font: Courier New, 10 ------>| :-$ Notn0name nachrichten #144 Di., 15.12.2009 15:54 CET The Tobin Tax (Ernie and Lefty) (www.38317.tk) Do you remember Ernie and Lefty Buying and selling Real nothings? Here comes Lefty, saying "Hey, This is the bargain of the year" "What is it?" "It's an empty nothing and it cost you just a nickle" As if the market makes for good This new taxes On transactions Will help to get us out of hell 'Cause more transaction Means more taxes And more taxes means more More The state is the better bank And the bankers are bad bankers As if the market is for good Dealing with nothing Do you remember Ernie and Lefty Producing nothing(s)? (c) 2009 n0name http://www.n0name.de/38317/krach/thetobintax.mp3 Hier entsteht eine neue Internetschallplatte ! http://www.n0name.de/38317/krach/ Bauchrednermuppets Das Diskussionsniveau in bloggigen Foren um die immer noch sogenannte Finanzkrise erscheint unterirdisch und voller verwirrter Unkenntnis. Was die Ursachen der Krise des Kapitalismus, was die phaenomenologische Ebene "Geld" und was die Verwechslung von all diesem angeht -- siehe: Rudolf Mareschs Aufsaetzschen "It's the democracy, stupid" http://www.heise.de/tp/blogs/8/146736 und den Rattenschwanz, der sich zumeist pro-kapitalistisch daran anschlieszenden Kommentare. Da wird zum Bsp. die staats-kapitalistische Diktatur China ambivalent zum negativ besetzten aber faszinierenden Gegen- und Vorbild fuer das liberale Regime der BRD herangezogen und die Regierungspolitik Deutschlands, die grundsaetzlich eine der nationalen Interessen des dt. Kapitals sein muss, unkritisch nachgetippselt, so dass alle Masznahmen der EU-Laender i. Ggs. zu amerikanischen als vernuenftig und nur nicht ganz konsequent erscheinen. Maresch, dessen Welt ja im Posthistorie angekommen ist, ohne konkrete Urheber und Adressaten der Ausbeutung, der die Masse fuer dumm und gefaehrlich haelt (http://www.rudolf-maresch.de/uebermich.php), beweist in seinem Artikel, dass er -- schlau in der zitierenden indirekten Rede des Lohnvielschreibers -- sich nur auf die moralischen und analytisch verkehrten Annahmen einer Gier im Finanzwesen berufen kann oder will, antiamerikanisch und antichinesisch zugleich und in der Summe proEU-laendisch. Denn das "Monopoly-Spiel" finde nicht in Berlin, Paris oder Bruessel statt, sondern in Peking und Washington. Die taktische, systemtheoretisch geschulte, filosophistische Provenienz; immer moeglichst offenhaltend indifferent reden, sich nicht ganz auf eine Seite stellen, opportunistische Aussagen verbraemen. Klar aber wird, dass es fuer Maresch um die Zaehmung des Raubtierkapitalismus geht, der blosz verirrten Form einer sonst offenbar gut funktionierenden Wirtschaft. Bitte mal ein korrekteres Wesen der entfesselten Bestie oder ein Update des sich kybernetisch nicht richtig selbstregulierenden Organismus (http://www.rudolf-maresch.de/texte/33.pdf). Fuer ihn wurde die Weltwirtschaftskrise vom amerikanischen Finanzkapitalismus ausgeloest. Die Bestie sitzt also in Uebersee und in Fernost, die wahre Demokratie aber ist abendlaendisch und selbstverstaendlich deutschtugendhaft seit 1945 nichtbestialisch. Darum kannn er sich als Bauchrednermuppet der hiesigen Retter des Systems gerieren, wenn er zu irgendeiner Graefin und ihrem sozialdemokratischen Freund verlinkt und so von herrschenden Verhaeltnissen auf ihre Erscheinung ablenken kann. Mareschs Artkel ist nicht die belesene Vorstellung der Krise der Demokratie, die Dompteur der Konzerne zu sein hat, er ist der Ausdruck der Krise der Nationen ihrer Ordnungen und der darueber schreibenden Feuilletonisten, moechte man meinen. Die Hoffnungen, die jetzt in Finanzmarktsteuern gelegt werden, dienen einmal zur Beruhigung der Unterzeichner jeder beliebigen mittelstaendischen Petition und der ideologischen Ausbalancierung der Le monde diplomatique-Kritischen aber hauptsaechlich, wie im Fall Grossbritannien, der Stabilisierung der ueberschuldeten Staatshaushalte. Dabei wartet Frankfurt/Main schon auf die Fluechtigen aus London. Alle wirtschafts-ethischen Ueberlegungen, was mit dem Geld aus diesen Steuern geschehen soll ("Bekaempfung der Armut", "gerechte Kostenbeteiligung an der Krise") sind reiner Pietismus. Die Logik, dass mehr Marktgeld mehr Steuer und also mehr soziale Hilfe bedeute, ist irre und schlieszt an den Almosenstaat an. Ihre Befuerworter erinnern an die Geister aus dem 19. Jahrhundert, die dem Geizhals und boesen Kapitalisten Ebenezer Scrooge zu Weihnachten, zu dessen Laeuterung und zur Bekehrung zum guten Kapitalisten erscheinen. Am Ende sind ja bekanntlich alle, Arme und Reiche verbruedert, die Naechstenliebe war nur verdraengt und Scrooge erhoeht das Gehalt. "Fairer Lohn!" wuerde eine Baletttruppe auf Transparente schreiben, wuerde sie die Muppet-Show Version von "A Christmas Carol" heute nachtanzen. Doch den Staaten steht das Wasser bis zum Hals und die Profite sinken, jeder Kredit-Cent wird aus den Arbeitern heraus-, und wohl auch von den Subventionen zurueckgeholt werden muessen. Die Tobin-Steuer selbst war ein systemstuetzender Vorschlag fuer die Begrenzung der Waehrungs-Maerkte, um Staaten innerhalb ihrer Valutapolitik mehr Spielraum zu verschaffen, indem die Spekulation auf Waehrungsauf- oder abwertungen per Steuerauflagen unattraktiv gehalten werden sollten (Der legendaere Sand im Getriebe). Erhoehten die Regierungen die Steuern nicht oder wuerden sie die Fabriken nicht hochsubventionieren, wuerde alles entgleiten. Wuerden Loehne nicht gekuerzt oder Sozialausgaben nicht beschnitten, wuerden evtl. ein paar andere Gespenster auftreten (vgl. http://www.leap2020.eu/GEAB-N-39-ist-angekommen!-Umfassende- weltweite-Krise-Die-Regierungen-2010-vor-drei-Schreckens-Optionen- Inflation,_a3993.html). Dagegen tranieren gerade die Polizeiarmeerotkreuze (http://www.trend.infopartisan.net/trd1209/ t171209.html). Nebenbei: Charles Dickens Ausgaben fuer Gerichtsverfahren gegen Raubdrucker seines Buches sollen gleich hoch mit seinen Einnahmen gewesen sein. Ein historisches Argument mehr fuer echt wirklich fairen neuen Urheberschutz. Ernie und der Schwarzmarkthaendler Lefty aus der Sesamtrasse wussten es unbewusst besser als die Feindbild-Phantasie der Maerkte von attac es predigt. Sie dealten beide mit Nichtsen oder mit dem Gebrauchswert nahezu entkleideten Objekten des Begehrens (nicht der Begierde). Die Sinnlosigkeit des Unterfangens konnte Ernie nur nach der Enttaeuschung des etwa aus Geldmangel nicht zustandengekommenen Kaufs, zum Beispiel eines leeren Kartons, uebersehen. Taeschung war von Lefty von vornherein angelegt, aber auch er war nicht erfolgreich im Tausch, wenn er sein "O" einfach nicht loswurde. Dieses Kaspertheater, mit den Erkenntnis provozierenden Figuren, machte Generationen wenigstens halb deutlich, dass ein Markt kein Atom Warenwert generiert, sondern bloss die Umsetzung des Werts der Ware in Geld bedeuten kann, den Umsatz plus Profit -- wobei das Schauspiel aus der Fernsehwerkstatt freilich als paedagogisches Plaedoyer fuer "Gute Ware gegen gutes Geld" gedacht war und man sich vom wucherischen Teufel blosz nicht betruegen lassen soll, analog zum gewerkschaftlichen Choral "Gutes Geld fuer Gute Arbeit". Der unernste kindische Ernie, der Unbedarfte und der linkende linkische Schlemihl, der den Verkauf nicht zustandebringt, sind aber beide nicht 'Herren' der Lage, nur geschaeftige Ausfuehrende in der Situation. Nach Rudolf Maresch oder beispielsweise auch Kevin Kelly sind beide Marionetten-Puppen vielleicht noch kein vollstaendiger Mob (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24480/1.html) oder Schwarm (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/2/2122/1.html) ? Darauf kann man fast nur mit einer Moritat antworten, oder einer Ballade? Selbstverstaendlich postdramatisch, wobei der nickle auch "10 Cent" heissen koennte, deutsch-EURO-Cent! Damals hiess es in der Uebersetzung "Groschen". Die lustigsten Muppetshows finden aber wie immer woanders statt. Der Angriff auf Berlusconis Ministerpraesidenten-Gesicht mit der Nachbildung des Mailaender Doms aus Marmor ist die Parodie eines Anschlags auf einen italienischen Politiker. Der Revisionismus aber des deutschen Ex-Praesidenten und Ex-Geschaeftsfuehrers bei Dioxin-alias-Agent-Orange-Boehringer Richard von Weizsaecker, Seite an Seite mit dem gerade amtierenden adligen Kriegsminister, ist die vom buergerlichen TV-Medium gefoederte Propaganda der extremen buergerlichen und (immernoch und wieder) restfeudalen Rechten (1. Deutsches Fernsehen/ARD "Beckmann", 14.12.2009) fuer den Krieg. Wo von Weizaecker gesagt werden kann (sinngemaesz:) Wir haetten in der deutschen Geschichte etwas, das wir mit uns schleppten, mit dem wir fertig werden muessten und das gelaenge uns auch. Der weisshaarige 89jaehrige Richard und sein junger gelehrig nickender Schueler unisono; Man muesse es den Menschen nur richtig erklaeren, dann waeren sie auch fuer die Abschlachtung afghanischer Terroristen und Buerger. Weizsaecker sagte auch noch mehr. Zum Beispiel, dass seine Generation unwissend in den Krieg damals hineingeschlittert sei und Polen das erste Opfer des Zweiten Weltkriegs war, nicht Opfer der Aggression Deutschlands, sondern eben auch ein Opfer wie er. Wenn dann noch eine geigende Vertreterin der Hochkultur mit in die Sprechschau kommt, eine die bei Hitlers frueherem "Staatskapellmeister" "von" Karajan lernte und heute auf der aktuellen Gottbegnadeten-Liste steht, ist die Runde rund. Matze Schmidt tippfehlerunueberprueft Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 42 im nn #145 ------------------- Ende des n0name newsletter #144 --------------------