|<------ Breite: 72 Zeichen - Fixed Width Font: Courier New, 10 ------>| n0name newsletter #129 Di., 19.08.2008 09:09 CET *Inhalt/Contents* 0. Post-Industrie? 1. DIY Rezept fuer 1-15 Personen 2. Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 32 3. Telekommunist 22 KB, ca. 8 DIN A4-Seiten ACHTUNG! Umlaute, Unicode-Zeichen ------------------------------------------------------------------------ 0. Post-Industrie? " ____ ||""|| ||__|| [ -=.]`) ====== 0 ARCHEOLOGIA POST-INDUSTRIALE " Eine Archeologie des Post-Industrialen? Alain Touraine * La société post-industrielle (1969) "Die Industriearbeiterschaft wächst weltweit - besonders in Entwicklungsländern wie Indien, Brasilien, Korea, Nigeria und China. ArbeiterInnen in kapitalistischen Schlüsselbranchen - Transport, Maschinenbau, Energieerzeugung und Automobilbau - verfügen über enorme Macht, die in internationalen Kämpfen koordiniert werden kann." Post-Arbeiter? Egal ob Produzent oder Dienstleister, sie alle sind LohnsklavInnen. Daniel Bell * The coming of post-industrial society a venture of social forecasting. – New York: Basic Books, 1973. , wo kommt die Kiste eigentlich her? Laurie Anderson hat sie nicht gebaut. ------------------------------------------------------------------------ 1. DIY Das Problem ist nicht die Produktion, Dummchen. Die Produktionsverhaeltnisse sind es! (Anonymus) Rezept fuer 1-15 Personen ca. 120 Minuten ca. 3000 pol * 10-15 Personen * davon 1-4 Experten * und 2-3 Leute, die diese Aufteilung anzweifeln * irgendein 1 Ort, keine Superfabrik * 1 Kopf / viele Koepfe * 5-X Bauteile und Geraete 'Deiner Wahl' (z.B. Mini-FM Platinen und Widerstaende fuer Radios oder Lampen, Linsen und Holz fuer Videobeamer) * 2. Absaetze aus Karl Marx. "Einleitung (zur Kritik der politischen Oekonomie)". [Die sogenannten Grundrisse.] S. 19 ff. aus: Digitale Bibliothek Band 11: Marx/Engels, S. 2776 (vgl. MEW Bd. 13, S. 624 ff.). * Stuecke der Kritik der bricolage als Konzept des post-posthistoire * evtl. Befragung von "Sozializing" und "Organizing" * 1 kleine Diskussion der Produktivitaet der Unproduktiven * etwas Dekonstruktion des Prosumenten * ein Schuss Doppeldeutigkeit der Plug-in-Party * 1 Spitze minirevolutionaeres Pathos in Soziologenjargon * 1/100 Kulturpessimismus * 3 EL Oel des 21. Jahrhunderts DIY ist gut, sinnvoll und kann in einer wunderbaren partizipativen Vielfalt angerichtet werden. Deshalb ist es allseits beliebt und wird auf der ganzen Welt nicht erst seit dem WWW II notwendig angewendet. Jetzt haben wir keinen Salat! 1. Die Personen finden sich am Ort zusammen, es musz kein Open Space sein, Open Space saugt Wissen ab. Die Koepfe werden nicht gewaschen. Alles was "Sozializing" und "Organizing", Supervision und Wissensvermittlung ist, wird diskutiert. Die alleinige Ergebnisorientierung spielt eine negative Rolle. Die Materialitaet der Bauteile und Geraete wird nicht ausgelassen, das Radio oder der Videobeamer koennen, muessen aber nicht gebaut werden. Zwanghafter Gruppensex kann in die sublime technoide Plug-in-Party umgebaut werden. (Onanie ist kein Sex und Sex kein absolutes Masz, DIYie hat seine eigene Qualitaet. Warentausch ist auch kein Sex.) Dieses Fest ist alles andere als grauer Open Source Alltag, in dem verkauft werden muss, was wahrer, schoener und besser ist oder den Markt ausbalanciert. War es mit Open Source nicht so? Muessen wir nicht trotzdem dennoch und immer noch mehr als arbeiten, naemlich ueber den tatsaechlichen Bedarf hinaus fuer einen Ueberfluss aus Ueberproduktion, der aus Geld mehr Geldreichtum machen soll? 2. Man sollte sich klarmachen, dasz die aesthetische oder operative Arbeit der sogenannten Kreativen oft zu den subventionierten Sektoren gehoert bzw. in Branchen angesiedelt ist, die von den Mehrwert herstellenden Industrien abhaengig sind und im kapitalistischen Sinn unproduktiv ist. Dasz fuer die GNU/Linux-Bande der Umschlag vom untergruendigen, nicht-kapital-produktiven Netzwerk zur Serienproduktion nach dem Modell "Create Remix Share Pepsi" gelungen sei steht im Raum. Kultur beginnt da, wo die Buerger sie hinhaben wollen, auszerhalb der ungeistvollen Fabrik. Andy Warhols Factory war ein Opernhaus. Die Bastler tauschen ihr Produkt gegen Revenuen, sie bekommen keinen Lohn und produzieren kein Kapital. Erst wenn sie Kapital produzieren (vergleiche auch Strike Bike/Volksrad, Volks-PC oder Telekommunisten) sind sie fuer dieses produktiv, aber dann ist es kein DIY und kein Hobby mehr. Hobby geht ersteinmal ok, professioneller Hobbyismus meint blosz alles waere ok. Jedes zusammengesteckte Raketenmodell, mit dem man "Build your dream!" machen koennte wie in der Modellbauetage des Kaufhauses, zeigt dieses Phantasma. Damit laeszt sich arbeiten! 3. "[...] Die Produktion liefert dem Beduerfnis nicht nur ein Material, sondern sie liefert dem Material auch ein Beduerfnis. Wenn die Konsumtion aus ihrer ersten Naturroheit und Unmittelbarkeit heraustritt - und das Verweilen in derselben waere selbst noch das Resultat einer in der Naturroheit steckenden Produktion -, so ist sie selbst als Trieb vermittelt durch den Gegenstand. Das Beduerfnis, das sie nach ihm fuehlt, ist durch die Wahrnehmung desselben geschaffen. Der Kunstgegenstand - ebenso jedes andre Produkt - schafft ein kunstsinniges und schoenheitsgenuszfaehiges Publikum. Die Produktion produziert daher nicht nur einen Gegenstand fuer das Subjekt, sondern auch ein Subjekt fuer den Gegenstand. Die Produktion produziert die Konsumtion daher, 1. indem sie ihr das Material schafft; 2. indem sie die Weise der Konsumtion bestimmt; 3. indem sie die erst von ihr als Gegenstand gesetzten Produkte als Beduerfnis im Konsumenten erzeugt. Sie produziert daher Gegenstand der Konsumtion, Weise der Konsumtion, Trieb der Konsumtion. Ebenso produziert die Konsumtion die Anlage des Produzenten, indem sie ihn als zweckbestimmtes Beduerfnis sollizitiert. [1]" Es geht darum, sowohl Produktion und Konsumtion von der Profitorientierung zu befreien, gleichzeitig aber die aktuell geltenden Bedingungen marginaler Marken der Marke Eigenbau zu akzeptieren. 4. Die dem Selbst des Bastlers oder seinem Projekt selbstgenuegende Bastelei, die bricolage, ist als Konzept des post-posthistoire -- weil sie den Mythos schafft, jetzt, sofort (voluntaristisch) in vollem Umfang sozial, und Geschichte veraendernd taetig werden zu koennen -- als wirkliches Tun unwirklich, weil sie Ersatzhandlung ist, allerdings eine offene und damit kritikable oder auch therapeutische. Das "Organizing" der Unorganisierten ist top-down waehrend es staendig bottom-up spielt. Die Superfabrik tut international und transmedial und zeigt bestenfalls -- im besten Fall! -- die Grenzen der bricolage auf. Denn diese hat blosz minimale und daher aesthetisierte Produktionsmittel. An die echte Fabrik reicht sie als Workshop nie heran. Die kleine Dialektik des DIY ist, dasz es zeigt wie es unter den Bedingungen der Handarbeit zugeht und gehen kann und muss. Zwischen dem einfachen, individuell bis halbkollektiven, vorindustriellen, also handwerklichen Selbermachen und dem industriellen Machen liegen aber nicht nur graduelle Unterschiede. Das DIY kann nur das punktuelle Beduerfnis decken, aber die Strukturen dieser einfachsten Produktion im Unterschied zur Groszproduktion nur, quasi in actu, beschreibbar und beagierbar machen, jene also nicht uebernehmen. Auch wenn die fuer die Massenproduktion erforderliche Erfindung oft bastelndens Trial-and-error ist und dem DIY zum Verwechseln aehnlich sieht, ihre Stellenwerte und Verortungen sind unterschiedliche. 5. Wenn dann zum Schluss alles in der Plug-in-Party von den Experten (jeder ist einer) vermischt wird, wird klar, dasz diejenigen, welche ihren Spasz gehabt haben, zwar dafuer gearbeitet haben, indem sie die Radios oder Videobeamer bauten, aber dasz sie das ohne Lohn vor Profit getan haben, nur gegen Geschenke. Die Idee des Prosumenten, die eine reaktionaere ist, weil sie die Produktion und den Konsum in einem imaginaeren Subjekt zusammenfaszt, ohne das Verhaeltnis und die innere Trennung des Subjekts auf dem Gebiet der Art und der Weise von Produktion und Konsum (kapitalistische Warenproduktion) zu beachten, stirbt an der Supermarktkasse, die keine ist. Die Produzentin wird von ihrem Produkt in einem gigantischen Enteignungsprozess getrennt, damit sie es spaeter wieder kaufen musz. Das wackelige Radio funktioniert, ja, der Videobeamer aus Holz auch. Sie sind aber gemessen an Geld und Zeit und Arbeit teurer als jedes 'echte' Geraet. Nur der vorwissenschaftliche Einblick in ihre Funktions- und Bauweise hat einen selbst-paedagogischen schulischen Effekt. Tu-es-selbst ist mehr als Symbolik, aber warum haben wir keinen Salat? Den Salat zu haben, wuerde bedeuten, wir haetten ein Problem, und es ist eine Problematik und der Salat ist das Konsumprodukt, das wir wollen, aber nicht haben und auch nicht als Problem erkannt haben. Darum haben wir ihn doppelt nicht, obwohl wir ihn tagtaeglich anrichten. Wir haben ihn als unser Produkt nicht und als Problematik nicht. Oder anders: Es ist die Suppe, die wir wiedereinmal einbrocken (Techno) aber nie voll ausloeffeln koennen und die Ordnung der Uhren sollte doch genau nach dieser Suppe gehen und nicht umgekehrt, wie es der Fall ist. Das Oel des 21. Jahrhunderts gieszen wir ab. Pseudovariationen Ebensogut kann Do-it-yourself als alltaegliche (dunkle) Subproduktionsweise in der Gesellschaft angesehen werden. Aber das Technosoziale ist nicht techno-sozial, da die Technik(en) nicht sozialisiert sind. Sie sind in Privatbesitz. Um die scheinbare Unmittelbarkeit von Produktion und Konsumtion (als nur vorlaeufiges "an und fuer sich") im DIY zu verstehen, musz dieses aber eben als begrenzt angesehen werden auf einen engen elitaeren Kreislauf und in Abhaengigkeit von der industriellen Massenfertigung und deren Gueterausstosz. Denn das explizit politische DIY (jede Garage, jeder Hobbykeller ist implizit politisch) re-agiert mehr auf den allgemeinen Enteignungsprozess als dasz es zu agieren vermag. Gutes DIY hilft konkret, aber ist nicht die gesellschaftlich noetige Produktion, sondern reflektiert sie probierend, aufschiebend. Es ist im artisanalen avant-la-lettre 'gefangen', dem Serien-Produkt unueberschreitbar vorstufig und gleichzeitig markiert es performativ den Widerspruch der marginalisierten Produktivkraft (Kuenstler in die Produktion?) zu den Produktivkraeften zu den Produktionsverhaeltnissen. Jetzt geht es also darum, DIY als aufgeklaerte Robinsonaden gemacht von vereinzelten Produzentinnen in der Party politisch (!) zu detektieren (Posttotalitaerer Voluntarismus?), durchzuspielen und die von Job zu Job hechelnden Kojoten mit ihren silberschwarzweiszen Notebooks usw. nicht als voellig neue Klasse anzuerkennen, um sie dann zu domestizieren. Ihr Lohnstueckgut ist doch laengst gefressen, trotz oder eben auch wegen ihres radikalen Pragmatismus, dem Traum der Mittelschicht, der alle Unterschiede von Klassen nivelliert und aufsteigerisch die Hochproduktion mit der Alltags-, Volks- oder Webproduktion gleichsetzt. "Selbst ueber Foerdermittel entscheiden" reproduziert nur diesen geilen Wahn, angestiftet von Kulturstiftungen des Staates, bezahlt aus den Geld- und Wissensfonds der Lohnarbeiter. In Zukunft wird naemlich weniger Lohnarbeit benoetigt, alles andere ist Ueberleben, oder koennen Konsumenten streiken? _______________ [1] sollizitieren = nachsuchen, betreiben Matze Schmidt ...und was war mit Punk? ------------------------------------------------------------------------ 2. Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 32 "Modell der Allmende bzw. des Gemeineigentums war im Mittelalter in ganz an-dere Gesellschaftsweisen eingebettet, es ging dabei nicht um Kauf und Verkauf der Tiere mit dem Zweck, den „individuellen Nutzen" zu „maximieren". Die Geschichtsschreibung ist gespickt mit Hinweisen, dass Eigentum heute und Ei-gentum früher ganz verschiedenes meinte (siehe unten). Sowohl in der Property Rights Theorie als auch in der Annahme einer „Tragedy of the Commons" ist Eigentum aber geschichtslos bzw. werden die herrschenden, modernen und da-mit aber historisch spezifischen Vergesellschaftungsweisen, hier insbesondere Eigentumsformen, als natürlich und überzeitlich begriffen. Kapitalistisches Pri-vateigentum wird mit Eigentum überhaupt gleichgesetzt (Brie 1990: 14). Ähnlich kritisiert Römer: „Ein Eigentumsbegriff, der beansprucht, für alle Formen des Eigentums Geltung zu besit-zen, muß also von all dem abstrahieren, was die Besonderheit der jeweiligen Eigentums-form ausmacht. Welchen Erkenntniswert sollte ein solcher Eigentumsbegriff haben?" (Rö-mer 1978: 9).10" Den, Privateigentum zu betonieren. "Das liberal westliche Eigentumsverständnis, wie es in der Property Rights Theorie seine Ausgestaltung findet, beinhaltet damit zwei Prämissen, die das Eigentums-paradigma der oben geschilderten Debatten um geistiges Eigentum bilden. Die Naturalisierung der herrschenden Eigentumsverhältnisse und die damit einherge-hende Rückprojektion moderner Kategorien auf Vergangenes teilen beide Positi-onen, die sich in dieser Debatte gegenüberstehen. In diesen Prämissen drückt sich die als selbstverständlich vorausgesetzte Epistemologie dieses Paradigmas aus. Eine Kritik dieses Paradigmas muss daher an den stillschweigend unterstellten epistemologischen Voraussetzungen ansetzen. _______________ 10 Ebenso Wesel, aber allgemeiner: „Wird eine Formel, die für alle Gesellschaften gleich gültig ist, für das englische Königreich und die Horde von fünfzig Mbuti, wird sie nicht auch gleichgültig?" (Wesel 1985: 66). 122 5 Epistemologische Probleme der Untersuchung von Eigentum Im Alltagsgespräch wird auf die Frage „was ist Eigentum" zumeist eine Antwort in der Art gegeben: „Das ist das, was mir gehört. Mein Haus, mein Auto oder mein Computer." Aber auch in wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Publikationen (Aufsätze, Zeitungsartikel usw.) wird Eigentum häufig als Sache bezeichnet. Dass es sich nicht um eine Sache handelt, wird bereits in den Formu-lierungen einschlägiger Gesetzestexte deutlich. Im § 903 im Bürgerlichen Gesetz- buch heißt es: „Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren und ande-re von jeder Einwirkung ausschließen." Hier wird Eigentum nicht als ein Ding begriffen, sondern als Beziehung, jedoch wird dieses Verhältnis in der weiteren Auslegung als „Beziehung einer Person zu einer Sache im Sinne einer absoluten Beherrschung" (Hecker 1990: 17) gefasst, als rechtliche Herrschaft einer Person über eine Sache, als Sachherrschaftsrecht. Damit aber ist das soziale Verhältnis immer noch nicht im Kern getroffen. Streng genommen ist eine „Herrschaft über eine Sache" gar nicht möglich. Herrschaft setzt voraus, dass das, was beherrscht werden soll, mit einem Willen begabt ist (vgl. auch Wesel 1997a: 79). Mein Haus, auf das ich ein Sachherrschaftsrecht habe, kann nicht wegrennen, wenn es sich entschließen würde, meiner Herrschaft zu entfliehen, allein es kann sich gar nicht entschließen: Ein Haus hat keinen Willen. Ein Ding ist „tot", insofern kann man darüber keine Herrschaft ausüben, man kann es höchstens benutzen oder nicht benutzen. Eigentum ist kein Ding und es ist auch keine Herrschaft über eine Sache, es ist vielmehr eine Beziehung zwischen Menschen bezüglich einer Sache.1 Hält man sich die Robinsonade vor Augen, die Fiktion eines isolierten Individu-ums, wird dies klarer: Der auf einer einsamen Insel allein lebende Mensch wird sich keine Gedanken darüber machen, wessen Eigentum die Palmen, der Strand, die Früchte usw. sind - es gibt weit und breit niemanden, der ihm das streitig machen könnte bzw. es ist nicht nötig, jemanden vom Zugang auszuschließen. Wenn er sich dennoch in dem Gedanken sonnt, dass er jetzt die ganze Alleinherr-schaft über die Insel und ihr Inventarium hat, was bedeutet, dass er alle vom Zugang ausschließen kann, was aufgrund seiner bürgerlichen Herkunft und Sozi-alisation nahe liegen würde, wirkt dies in Anbetracht der Realität seiner Isolation absurd. Die in juristischer Terminologie häufig vorgefundene Wendung vom Sachherrschaftsrecht hat insofern _______________ 10 „Whatever technical definition of property we may prefer, we must recognize that a property right is a relation not between an owner and a thing, but between the owner and other individuals in reference to things" (M. Cohen, zit. aus: Brocker 1992: 573)." Dennoch stehen Dinge unter Herrschaft, und die Beziehungen ebenso! Es auf die Relationalitaeten allein zu bringen, umginge dieses soziale und materielle Herrschaftsverhaeltnis. "123 „von vorneherein verschleiernden Charakter (...) Die Frage nach dem Eigentum gewinnt erst durch sozialen Kontakt Bedeutung, wenn es darum geht, andere vom Zugang auszu-schließen (...)” (Rittstieg 1975: 206). Eigentum beschreibt demnach ein Verhältnis zwischen Menschen: Eigentum ist damit keine Sache, sondern ein soziales Verhältnis (vgl. auch May 2000: 16; Sieg-rist/Sugarman 1999: 11; Klein 2002: 113). Als solches unterliegt es historisch ei-nem Wandel, entsprechend voraussetzungsreich ist es, mit dem Wissen von „Ei-gentum heute" das „Eigentum damals" zu analysieren. Dazu kommt, dass es in der Gegenwart genauso wenig einen Standpunkt außerhalb der Geschichte gibt, einen „god's point of view",2 wie es keinen in der Vergangenheit gab. Subjektives Wissen heute stößt auf subjektives Wissen der Menschen damals. Das heißt, es gibt zwar durchaus Literatur über Eigentum, die aus der vergangenen Zeit selbst stammt, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sich diese Texte einem Leser der Neuzeit so erschließen, wie es zu jener Zeit „wirklich" war. Die Autoren der Ver-gangenheit vermitteln den Lesern der Gegenwart auch immer ihre Sicht der Din-ge und jene Sicht ist immer abhängig vom Kontext der Zeit, in welcher der Autor gelebt hat. Ein Leser des 21. Jahrhunderts lebt in anderen gesellschaftlichen Ver-hältnissen als ein Autor des 14. Jahrhunderts und die Benutzung gleicher Worte für unterschiedliche Epochen („Eigentum” in der Antike und „Eigentum" heute) können unterschiedliche Konnotationen3 besitzen, die in historisch unterschied-lichen Vergesellschaftungsweisen ihre Grundlage haben.4 Die Begriffsgeschichte _______________ 2 So wird nach Ritsert Objektivität gegenwärtig in der angelsächlichen Diskussion be-zeichnet (Ritsert 1998: 185). 3 Das hat Hugo Grotius bereits um 1600 festgestellt: „Man muß wissen, daß in den Anfängen des menschlichen Lebens Eigentum (dominium) und communio etwas an-deres waren als jetzt. Denn Dominium bedeutet jetzt etwas Eigenes (proprium), was jemandem so zugehört, daß es nicht in gleicher Weise das Seine eines anderen ist, Gemeineigentum (commune) nennen wir etwas, dessen Besitz (proprietas) einigen durch irgendeinen Vertrag oder eine Übereinkunft gemeinsam ist, wobei die übrigen ausge-schlossen werden. Die Armut der Sprache nötigte zum Gebrauch derselben Worte für ungleiche Dinge; so werden Namen aus unserem Recht auf jenes anfängliche Recht wegen einer gewissen Ähnlichkeit und in bildhafter Weise übertragen" (zit. nach Brandt 1974: 35). 4 Dies tritt auch in den Handbüchern der Etymologie zu Tage. Worte können über die Zeit ihre Bedeutung verändern, bei Erhalt des Wortstammes oder aber bei Erhalt des gesamten Wortes. So ist beispielsweise das Adjektiv „einsam" erst seit dem 14. Jahrhun-dert belegt, bedeutete noch im 16. Jahrhundert außer „alleinig" auch „unverheiratet" und steht heutzutage nur noch für „für sich allein, verlassen" (Kluge 1999: 212). Die Kontextabhängigkeit von Wortbedeutungen bei Dingen ist evidenter: Zu Beginn der Kraftfahrzeugentwicklung wurde zu Auto noch „Wagen ohne Pferd" gesagt, erst mit 124" Ali Emas/Matze Schmidt Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot: Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus_. Muenster: Westfaelisches Dampfboot, 2006. 269 S. - EURO 19,90. Erschienen: Oktober 2006 ------------------------------------------------------------------------ 3. Telekommunist (38317) This sounds exactly like a battle between capitalists One thing is pretty clear You don't know nothing about Political economy I actually make logical statements I talk and I talk and I talk and I talk I know better, I know all Because I'm a Telekommunist I'm a Telekommunist That's all When I teach you how to telephone for free About kingdoms and classes and so on Patents, copyrights and land Factories and Software Plants You know some rule over others But you like ideas That's not what makes people do what they do Let's have some beers and talk And I talk and I talk and I talk and I talk I know better, I know all 'Cause I'm a Telekommunist I'm a Telekommunist That's all I'm a Telekommunist I'm a Telekommunist I'm a Telekommunist I'm a Telekommunist Telekommunist (c) 2008 n0name http://www.n0name.de/38317/telekommunist ======================================================================== Sie erhalten den n0name newsletter, weil sie da sind!/You get the n0name newsletter, because you are there! *Bitte weiterleiten!/Please forward!* Archiv: http://www.n0name.de/newsletr.html (c) 1999-2008 n0name, die Autorinnen & Autoren und die Maschinen Unterstuetzt von XPECT MEDIA http://www.xpect-media.de Sponsored by FONDS Dank an >top e.V. ------------------- Ende des n0name newsletter #129 --------------------