|<------ Breite: 72 Zeichen - Fixed Width Font: Courier New, 10 ------>| n0name newsletter #110 Di., 20.03.2007 14:47 CET *Inhalt/Contents* 1. Punkdrillard is dead 2. Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 15 3. Wenn bei SAP das Licht fuer immer ausgeht 4. Is "All" dyne:bolic "software" [...] free? 2 Antworten 5. "The Reproduction Circuit of Capital" CALL FOR PIECES 30 KB, ca. 9 DIN A4-Seiten Wir freuen uns auf einen ganzen Tag n0name newsletter mit Pizza, Bier und Zigaretten. Di., 20.03.2007 09:00 CET Tippfleher? ------------------------------------------------------------------------ 1. Integrated Circuit aka Chip (Punkdrillard is dead) (38317) 2x: Let's make leftist wordplay Let's play KOOL Paris, Rio, Tokyo and ... (1) are real because of Hyperland The death (of exchange) and the girl (2) I don't understand a word Me and the machines are Integrated Circuit aka Chip The prosthesis is my head (1) Punkdrillard is deaaa...d Punkdrillard is dead (2) Lacanon is dead Fearilio is dead Apocalypse is dead The symbol and the whirl (1) Is this an end? Good buy, buy good Blue Chip (Punkdrillard is dead (2) Lacanon is dead Fearilio is dead Deloes is dead Derridada is ...) (c) Guitar 1, 2 etc. = Finger 0 = String x = Don't play @ = al gusto (1) (2) e |---|---|-@-|0 e |---|-@-|-@-|0 H |---|-3-|-@-| H |---|-@-|-@-|0 G |-2-|---|---| G |-1-|---|---| D |-1-|---|---| D |---|-2-|---| A |---|---|---|x A |---|-3-|---| E |---|---|---|x E |---|---|---|0 IV III (((+))) O /|\ /\ www.radi0.tv @ globalRADIO So., 18.03.2007 20:00 Uhr. ca. 60 Min. "Requiem fuer den Baudrillard". globalRADIO + radi0.tv live aus dem Raum in Berlin, Schwedenstr. 16. Im "Dschungel" der Zeichen ist auch ein improvisierter Nachruf ueber einen Siemens-Professor nicht sicher vor dem toten Marx. "Punkdrillard is dead / Lacanon is dead / Fearilio is dead / Apocalypse is dead". ------------------------------------ Su., 18.03.2007 20:00 h. approx. 60 Min. "Requiem for the Baudrillard". globalRADIO + radi0.tv live from the Room in Berlin, Schwedenstr. 16. In the "jungle" of signs even an improvised memorial to a Siemens-Professor is not safe before the dead Marx. "Punkdrillard is dead / Lacanon is dead / Fearilio is dead / Apocalypse is dead". download radi0.tv_globalRADIO_The_RotTT_Requiem_fuer_den_Baudrillard.mp3 ! at http://www.gradio.org/download.php or http://raum.top-ev.de/download.php http://www.gradio.org/mp3/radi0.tv_globalRADIO_The_RotTT_Requiem_fuer_ den_Baudrillard/radi0.tv_globalRADIO_The_RotTT_Requiem_fuer_den_ Baudrillard.mp3 ------------------------------------------------------------------------ 2. Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 15 (deutsche Umlaute!] Sabine Nuss' Buch ueber die fortwaehrende Reinstallation des Privateigentums im Feld der sogenannten immateriellen Waren und damit der Enteignung der Symbol-Arbeiter ("Wir nennen es Lohnarbeit"), bringt Allgemeinplaetze zur Sprache, die im Hinblick auf die ideologische Kampagnenforce der Creative Commons basal-theoretische Wirkung zeitigen muessten. Handelt es sich bei der Besprechung der liberalen Grundlage kapitalistischer Produktion doch um den Konterpart der Perspektive jener Verfechterinnen des juridischen Tricks, der - im doppelten Sinn - angepassten Lizenzen, die als staatlich zu bezeichnen waere. Die Lizenzen - nicht erst seit der Tradition der GPL, sondern seit der Revolution des besitzenden Buergertums und ihrer Philosophen Hobbes und Locke - sind doppelt angepasst, einmal weil sie die Gewalten-Staerkung des Kleinproduzenten und Kleinkapitalisten gegenueber seinen Abnehmern suggeriert, indem er seine Produkt-Lizenzen eben seinen Marketingtechnischen Beduerfnissen angeblich mikrogenau anpasst und anpassen muss. Und sie sind angepasst, weil sie damit die einfache Aenderung des individualen Rechts-Verhaeltnisses im kapitalistischen Inter-Nationalstaat eben diesem angepasst vollzieht. Diese Aenderung ist nur die breitenwirksame Einrichtung einer Schicht von Scheinunternehmern, die als Programmierer, Coder, Softwaremanager und Computerzuhaelter agieren. Die CC sind fuer den neuen informationellen Mittelstand daher besonders wichtig, verspricht die passgenaue Vergabe von Nutzerrechten, letztlich also die hippe neue Art von Allgemeinen Geschaeftsbedingungen, die Absicherung des Verkaufs der Mengen an Ware und Dienstleistung - wobei klar sein muss, dass Dienstleistung Arbeit und damit Ware ist. Der Schwenk von IBM, vom groszen Laptop-Produzenten zur Abstoszung dieser Sparte und zum Big Berater und Weichware-Heintz, ist da nur konsequente Riskiominimierung. Nuss' Arbeit ist eine, die den von den Open Source-Glaeubigen ins radikal Pragmatische abgedraengten Bereich fokussiert. Das Copyright-Zeichen erscheint nunmehr als das _neue_ einzige sakrosankte Zeichen. Es kann nicht mit einem Copyright belegt werden, da es selbst universal symbolische Vertreter Funktion fuer alle Copyrights und Urheberrechte, also das private Eigentum an Guetern (Wissen inklusive), uebernimmt. Es hat, nicht nur heraldisch, absoluten Hoheitsstatus und wird darum zum Siegel, das jedem Besitzenden potentiell gehoert. Seine Bedeutung aber kann nur dann voll ausgeschoepft werden, wenn ein Apparat den Angriff auf Besitz zu sanktionieren vermag. Daher ist das (c) erst dann wirkmaechtig, wenn von seinem Zeichencharakter abgesehen werden kann und muss. Zum Beispiel wenn das Ding, dessen Kopierrecht des Eigentuemers das rund = gut umrahmte C anzeigen soll, abhanden, oder zuhanden kommt demjenigen, der das Kopierrecht eben nicht 'urspruenglich' besitzt. Wobei der urspruengliche Besitz auf allgemeiner Enteignung der Produkte der Arbeiterin durch das Kapital beruht. Oder kann man Eigentuemer von (Kopier)recht sein? Im Buch von Sabine Nuss wird auch das geklaert und dort prankt es als dem Wort Integriertes und mit Schauer behaftetes Signal auf dem Titel: (C)opyright Auf dem Cover von Jeannete Hofmann's Buch _Wissen und Eigentum_[1] wird eher positivistisch das c im Kreis mit der Faust am Werkzeug wie ein Warnschild designt. Im Hintergrund leuchtet seriell gruen UNDER CONSTRUCTION. Alles nur eine Frage der Mache. _Steal This Film Part 1_[2] mov-Vers. wird heute am 20. Maerz 2007 im uTorrent mit 166 Seeds angezeigt. Das gibt Grund zu der Hoffnung, dass die meisten der Illegalen nach dem Genuss des Nichtdiebstahls (ein Film, der ohne Beschraenkungen des Copyrights, und nur unter der restriktiven Netzpolitk mit den horrenden, wenn auch fallenden, Kosten fuer Rechner und Anschluss, zu bekommen ist, wird nicht "gestohlen", sondern unter Bedingungen des Marktes fuer den Maschinenpark genommen.) beim Herunterladen sich mit den Konditionen der Warenproduktion selbst beschaeftigen koennten. Antiware reicht nicht! Piraterie reicht nicht! und sind beides zunaechst mal keine gesellschafts-avantgardistischen Optionen, denn nur alltaegliches Tun. Der Duktus des Diebstahl-Films mit seiner Vorentschiedenheit, dass Peer-to-peer gut, und die Industrie boese sei, treibt die Maintainer von The Pirate Bay in die Rolle dieser positiven Hacker mit Haltung und entwirft das verkuerzte Bild einer US-hegemonialen Konzernwelt (bekannt aus z.B. _The Corporation_), die nur fuer den Profit diese Teil-Welt - die des Konsums des Bewegtbildes - beherrschten. Die ganze andere realere Welt der Konsumenten bestimmte jedoch in Wahrheit, was mit dme Internet geschehe. Der Film steht so unter dem neuen (alten?, siehe Anarchismus?) Dogma der immer hellen Konsumentenmacht, der Kritik an WTO usw. und des "Kill Business"- Widerstands. Was den klaren globalistischen Kurzschluss mit CC auf Staatsakt-Ebene ausmacht. Alles gekoppelt mit der Vorstellung und Demonstration von Gegenmacht und Gegenoeffentlichkeit einer weltweiten Quasi-Lobby als der offensiven "Neuen Welle" nicht-legalistischer Kritik an der Bewusztseins-Industrie. Interessant dabei ist, dass im Subdiskurs der Produzentinnen der Piraten Bucht, "der Industrie" sofort die Aenderung der Distribution vorgeschlagen wird, welche diese aber aus ideologischen Gruenden nicht erreichen koenne, da das Copyright dem entgegenstuende. Das der Debatte eigentuemliche Standard-Resumee folgt dann auch: Das Klima der Rechte und des Geistigen Eigentums muesse geaendert werden und fuer die immer gleichen Produkte gebe man aus moralischen ethischen Gruenden, weil man gegen Profit sei, kein Geld mehr. Teilen ist die Parole. So stark also die technologische und sozialorientierte Technik der File-Sharing Aktivisten ist, so schwach ist ihre Position und gesellschaftliche Grundlage vor dem Hintergrund der sich nie aendernden Verhaeltnisse, wenn sich blosz die Medien-Ware-Landschaft aendert. Tatsaechlich laborieren die P2P-Gruppen als Kollaborateure der Industrie, indem sie dieser die Markt-Strukturveraenderung aufzwingen (Universal hat kapiert), an einem Update der Maschinerien des Kapitals, welches Linux-Phaenomen bereits vor Jahren in aehnlicher Form vormachte, und was zur Verschiebung der Revenuen und der Abfederung und letzlichen Stuetzung der Markt-Monopole fuehrte. Der alte Markt gegen den neuen Markt, so wie das Apple's Standpunkt gegen DRM konstatiert. Vermeintliche soziale Veraenderung wird von den Piraten mit der Negativierung der juristischen Gesetze aber der Leugnung der Gesetze der Kapitalisierung auf Basis des Privateigentums enggefuehrt und (vgl. Oekonux) als neue Bewegung begriffen, die nicht integral dem Profit sei. Dabei ist sie integral dem Kapitalismus und gebunden an die technologische Entwicklung, die ihre neuen Produktionsweisen (Distribution inbegriffen) hervorbringt und damit ihre Buegerbewegten. Ein Agieren "quer zur Funktionslogik der herrschenden Verhaeltnisse eines entwickelten Kapitalismus" erscheint somit nur moeglich auf den Inseln staalicher Subventionierung. Und der Widerspruch waere perfekt - in einem Staat 'frei' zu handeln, der exakt die dort entstehenden Potenziale fuer die 'unfreie' Exploitation und Verwertung nutzen muss. Sabine Nuss schreibt mit subversivem Blick: "Allerdings ist der Grad der Subversion zum einen wandelbar, wenn z.B. subversive Praxen in die herrschende Logik integriert werden, ohne sie dabei zu zerstören (damit geht auch der subversive Charakter verloren), zum ande-ren ist der Grad der Subversion auch abhängig von den damit verbundenen Inten-tionen, bzw. dem damit zusammenhängenden Bewußtsein. Eine bestimmte den herrschenden Verhältnissen entgegenstehende Praxis kann einfacher integriert werden (also weniger subversiv sein), wenn der Charakter der Subversion nicht reflektiert und diskutiert wird, umgekehrt kann eine solche Praxis an Subversion gewinnen, wenn darüber eine gesellschaftliche Debatte stattfindet und die Subversion ent-sprechend Anhänger und Anwender findet. Es sollte klar sein, dass das exakte Maß an Subversion aufgrund der Dynamik gesellschaftlicher Entwicklung und Bewusst-seinsprozesse schwerlich an einem bestimmten Punkt festzumachen ist, sondern sich selbst immer im Wandel befindet. Aus diesem Grund wird in vorliegender Arbeit auch der etwas vorsichtigere Begriff des subversiven Charakters verwendet. Beispiel für eine Praxis subversiven Charakters ist die Nutzung des Internet für die Etablierung einer Gegenöffentlichkeit, wobei diese insoweit als subversiv be-griffen wird, als die alternativen Berichterstattungen anstreben, den als hegemoni-al wahrgenommenen Diskurs zu unterminieren und abseits der herrschenden Mei-nung bzw. des Mainstreams zu informieren, mit dem Ziel, die herrschenden Ver- hältnisse grundsätzlich zu hinterfragen oder umzustürzen. In der Regel berichten auf solcherart alternativen Nachrichtenportalen entsprechend nicht die bezahl-ten und professionellen Journalisten unter Einhaltung eines von oben vorgegebe-nen „Meinungskorridors",24 sondern jeder, der fähig ist, im Netz zu publizieren. Eines der bekanntesten Portale ist dabei sicherlich das internationale, globalisie-rungs- und kapitalismuskritische Netzwerk Indymedia, in welchem häufig mit Bildern aus der eigenen digitalen Kamera ausgestattete Augenzeugenberichte, Nach-richten, Kommentare und kontroverse Meinungsäußerungen eine Art Berichter-stattung „von unten" ermöglichen.25 Zwar ist die Bildung einer national und in- ____________________ 24 Zwar hat Noam Chomsky mit seiner Terminologie des „Manufacturing Consent" (Chomsky/Herman 2003) die Existenz eines Meinungskorridors in kritischer Absicht formuliert. Das heißt aber nicht, dass die Medien diesen nicht auch selbst und explizit affirmieren, wie im Falle der Berliner Zeitung geschehen: Die Chefredaktion hatte während der Bombardierung Serbiens durch die deutsche Luftwaffe einen mit einem Teil der Ausgabe bereits ausgelieferten kriegskritischen Kommentar ihres Redakteurs Stephan Kaufmann zurückgezogen. Dazu erklärte sie später, der Kommentar habe den `Meinungskorridor' verlassen (Spannbauer 1999). 25 Das Selbstverständnis lautet entsprechend: „Indymedia ist ein internationales Netz-werk von Medieninitiativen und Aktivistlnnen für unabhängige und unkommerzielle 48 ternational vernetzten Gegenöffentlichkeit nicht erst durch das Internet möglich geworden und existierte schon vorher, das Internet ermöglicht allerdings vor al-lem auf globaler Ebene eine wesentlich breitere und vor allem schnellere Durch-dringung mit Informationen, letztlich einen intensiveren Organisationsgrad, was durchaus einen qualitativen Umschlag bedeuten kann. Weitere Beispiele für Pra-xen mit subversivem Charakter, die dagegen originär an die Netztechnologien gebunden sind und daher in der prä-internet Zeit nicht existierten, sind jene Ak-tivitäten von sogenannten Hackern oder Crackern,26 die in fremde Computer-systeme eindringen, um in die geheimen, streng gehüteten Netze von Unterneh-men oder Regierungsinstitutionen einzudringen. Dabei ist das, was technisch möglich ist, nachdem in Systeme unerlaubt Zugang gefunden wurde, vielfältig: „Unentdeckt einzudringen und zu agieren gelingt dem Hacker, indem er sich zum digita-len Doppelgänger eines der vielen User macht (...)[.] Wird der Hacker fündig, verwandelt er sich in den digitalen Doppelgänger des legalen' Users und es öffnet sich ein Raum für ein Spektrum von Aktionen, — z.B. fürs bloße Inspizieren, aber auch fürs Herunterkopieren oder Ändern von Informationen, Programmen etc., auf die bisher nur der User Zugriff hatte, in dessen Namen der Hacker sich eingeloggt hat" (Ohm 2000: 723)." Der Gegenoeffentlichkeitsdiskurs, der von dem kuerzlich verstorbenen Jean Baudrillard in seiner Kritik an Hans-Magnus Enzensberger's Neo-Brechtschen Medienpraxistheorie in den 1970ern so vehement als naiv angegriffen wurde, scheint zu den Residuen zu gehoeren, in denen sich das private Eigentum anders wiederfinden soll, um es von dort aus zu bekampfen. Die Frage, ob man mit dem anspruchsvollen, aber moeglicherweise anspruch-geloesten Ansatz, _man muesse nur die 'richtigen' Inhalte zeigen_ gewinnt, wenn man die Konstituenten und Bedingungsmoeglichkeiten (in Umkehr der Kantischen Moeglichkeitsbedingungen) der medial-sozialen Techniken nicht mitproduziert, ist eine, die indymedia weniger stellt. Man muesste beobachten, inwiefern sich die Berichterstattung etwa seit Genua, mit dem Draufhaltecharakter auf die Repression und den heroistischen Kampf der Aktivisten in den Videos, geaendert hat. "Aktionen wie „Defacement" zum Beispiel (das Eindringen in fremde Systeme, um das Erscheinungsbild von Web-Seiten zu verändern) werden häufig auch mit dem Ziel verfolgt, den Administrator des Systems auf Sicherheitslücken hinzuweisen. ________________________________________________________________________ 27 Berichterstattung von unten - vor Ort und weltweit. Es versteht sich als Teil des welt-weiten Widerstands gegen die kapitalistische Globalisierung" (aus: www.indymedia.org). 26 Hacker grenzen sich selbst ab vom Cracker, ersteres soll für gute, geniale, kreative usw. Programmierkunst stehen oder für Expertentum (jemand, der sich gut mit Unix aus-kennt, ist ein „Unix-Hacker"), hier wird einer gewissen Hackerethik gefolgt. Der zweite Begriff steht für den „böswilligen Fummler, der versucht, geheime Informationen zu entdecken, indem er herumstochert", so das Jargon File, eine Art Enzyklopädie des Hackertums (http://www.catb.org/—esr /jargon), die seit drei Jahrzehnten von freiwilli-gen Autoren erstellt wird, das Jargon File „erklärt gebetsmühlenhaft immer wieder, dass böse Hacker gar keine seien, sondern richtig `Cracker' genannt werden müssen" (Gröndahl 2001: 146). Gröndahl zeigt jedoch sehr anschaulich, dass die Grenzen zwi-schen Hacker und Cracker variabel sind und willkürlich gezogen werden. Wird der Hacker (der Gute) im Jargon File u.a. definiert als jemand, „der die intellektuelle He-rausforderung liebt, auf kreative Weise Hindernisse zu überwinden oder zu umgehen", so ist der Cracker (der Böse) jemand, „der die Sicherheit eines Systems durchbricht" (beides aus: www.catb.org/—esr/Jargon/html/H/hacker.html). Beides beschreibt diesel-be Handlung, im einen Fall ist es gut, im anderen schlecht. 27 Auf der Seite http://www.zone-h.org/en/defacements werden regelmäßig Fälle von Defacement dokumentiert, hier können die veränderten Seiten auch nach ihrer Wie-derherstellung noch betrachtet werden. 49 Insofern aber die in kapitalistischen Gesellschaften erforderlichen Geheimhaltungen aufgrund des Internet sehr viel leichter gestört, irritiert und umgangen werden können, hat das regelmäßig durchgeführte Hacken, verstanden als Eindringen in fremde Systeme, besonders dann subversiven Charakter, wenn geheimgehaltene Daten durch Hacker veröffentlicht werden - nicht so sehr aber dann, wenn die betroffene Institution nach einem „Hack" aufgefordert wird, doch die Daten besser zu schützen. Der Grad des subversiven Charakters von Praxen im Internet hängt daher nicht an den technischen Fertigkeiten, Strategien und Aktionen alleine, sondern auch daran, zu welchem Zweck, mit welcher Absicht und mit welchem Bewußtsein diese eingesetzt werden und ob und in welcher Weise die herrschen-den Verhältnisse davon beeinträchtigt werden. In vorliegender Arbeit soll auf die hier skizzierten Praxen nicht näher einge-gangen werden, ebenso wenig berücksichtigt werden berüchtigte und in den Medien immer wieder Schlagzeilen verursachende Praxen wie der illegale Handel mit kinder-pornographischen Inhalten und ähnliches. Es sollen hier nur Netzaktivitäten in den Fokus rücken, die den privateigentumsrechtlichen Einschluss von Daten-strömen be- oder verhindern, das heißt Praxen, die es erschweren oder verunmög- lichen, digitale Güter zu verkaufen und denen u.a., aber vor allem deshalb ein subversiver Charakter zugesprochen wird (Radio Chaotica 2005; Wikipedia 2005). Existierende Rechtstitel des geistigen Eigentums, inbesondere der Urheberrechte werden virulent, indem sie - auf verschiedene und in je spezifischer Weise - umgangen werden. Dabei handelt es sich zum einen um die Praxis des kostenlo-sen, unkontrollierten und Urheberrechte umgehenden File-Sharings in sogenann-ten Tauschbörsen im Internet. Dem geht häufig das Hacken oder Cracken von kommerziellen, kopiergeschützten Inhalten voraus, um sie so dann zur freien Verbreitung ins Netz speisen zu können. Dabei sind alle möglichen digitalen Inhalte betroffen: Sowohl Text, als auch Software, wie Bilder, Filme und Musik. In vor-liegender Arbeit steht wesentlich Musik im Vordergrund, da damit auch das nicht autorisierte Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Dateien im Netz im großen Stil angefangen hat, konkret mit der Musiktauschbörse Napster. Zum anderen soll es um das Phänomen der Freien Software gehen, bei deren Entwick-lung explizit auf ausschließende, private Eigentumsrechte verzichtet wird bzw. Eigentumsrechte genutzt werden, um Ausschluss zu vermeiden. Die beiden Pra-xen File-Sharing und Freie Software/ Open Source werden nicht nur deshalb als subversiv betrachtet, weil sie die traditionelle Eigentumsform herausfordern, son-dern weil auch die Profitmaximierung von Unternehmen gestört werde und die Annahme, dass Arbeit nur für ökonomische Leistung erbracht wird, praktisch unterminiert werde (vgl. Stewart 2005). Mit der Art und Weise, wie Musik als digitales Gut entgegen der eigentumsrechtlichen Praxis verbreitet wird und mit 50 der Praxis der Freien Software, die mittels privater Eigentumsrechte private An-eignung gerade verhindern will, werden nun zwei Phänomene beschrieben, deren subversiver Charakter im Verlauf geprüft werden soll." _____ [1] Jeanette Hofmann (Hrsg.). _Wissen u. Eigentum - Geschichte, Recht und Oekonomie stoffloser Gueter_. Bonn: Bundeszentrale fuer politische Bildung, 2006. [2] http://www.stealthisfilm.com/ Ali Emas/Susi Meyer/Matze Schmidt Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot: Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus_. Muenster: Westfaelisches Dampfboot, 2006. 269 S. - EURO 19,90. Erschienen: Oktober 2006 ------------------------------------------------------------------------ hahahahahahahahahaHaHaHaHaHaHaHaHaHaHaHaHaHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA ------------------------------------------------------------------------ 3. Wenn bei SAP das Licht fuer immer ausgeht "[...] Suizide fanden direkt im Technocentre statt: Ein 39-jähriger Informatiker stürzte sich am 20. Oktober letzten Jahres vor den Augen zahlreicher seiner Kollegen um 10 Uhr morgens von einer Fußgängerbrücke der fünften Etage in die Tiefe." http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24704/1.html ------------------------------------------------------------------------ 4. Is "All" dyne:bolic "software" [...] free? 2 Antworten zunext auf deutsch (some will follow in english) Im n0name #109 fragte ich (hier leicht tippfehler-korrigiert bzw. Cut-up-gelaeutert): Is "All" dyne:bolic "software" [...] free and" is "there [...] no market operation behind" even not the statedriven market of arts and so called "access to modern technology and" this "let people be Free to Create."? Because "The distinction between what is public and what is private is becoming more and more blurred."? Von Florian Cramer fc-rohrpost(at)plaintext.cc erreichte uns (Datum: Sun, 25. Feb 2007 14:19:30 +0100) folgendes: Dazu der dyne:bolic-Entwickler jaromil, mit der Bitte, es hier zu posten: | as far as i understand their question is left open, so i see nothing | bad in it. in case there are specific doubts to be discussed you are | welcome to include me in the thread. | | if i'm up to reply i'd only mention the fact that dyne:bolic is one | of the few approved as 100% free distributions by the FSF itself, | as you can see on the pages www.gnu.org | | anyway, i think it is healthy to have concerns about real freedom of | things. | | ciao | | - -- | (_ jaromil _)(_ http://korova.dyne.org _) und ebenfalls von jaromil: > 5. Is "All" dyne:bolic "software" [...] free? good question. let me just spread the doubt (as it is good to have doubts about abused trends as opensource is nowadays) to a broader point: Are "All" Free Libre Open Source "distributions" [...] free? The Free Software Foundation gives a surprising answer: very few. see: http://www.gnu.org/links/links.html#FreeGNULinuxDistributions ftp://ftp.gnu.org/mirrors/ regarding your doubts about my work i'd be delighted to acknowledge them in detail, i always appreciate doubts. from what i can understand so far your concern is on my copyleft notice. if i would be a billionaire, or if my family could have afforded to pay for my education, or if the regime where they live would let them have an roof on our head, then i'd probably have skipped my name on the copyright: i would be less greedy. pardonne moi: it's a common mistake to be greedy about something. you are probably right: i'm damn greedy. there should be n0name on dyne:bolic. well, my greedyness didn't made me rich, it just let me emigrate. is the crowbar know-how that helps me most inna babylon. so: happy criticism, fuck property & fuck me ciao Ich antworte polemisch (und zunaechst auf deutsch), weil meine Frage eine polemische und rhethorische war und es um das Heraus-Streiten von Positionen, vor allem auch im deutschsprachigen Raum geht. Ich bin weder an realer 'Freiheit von Dingen' oder Verdinglichungen interessiert, noch sehe ich irgendeine reale Funktion in den zertifikatorischen Offenbarungen der FSF (Free Software Foundation), die ueber den Output einer NGO hinausgehen wuerde. Es geht also nicht um die Freiheit der Waren, sondern um die Freiheit diese a) zu produzieren nach den Beduerfnissen und b) diese anzueignen. Beides ist nicht gegeben, nirgendwo - es sei denn in besonders geschuetzen Raeumen, wobei selbst die subventionierten ja der Verwertung unterliegen, oder in Bereichen, die der produktiven Arbeit entkoppelt sind. Aber dann handelt es sich nicht um Waren, sondern um Dinge, die aus dem Verwertungskreislauf herausfallen. Das Interesse an der Kritik der Sprechens fuer eine Sache, die eine gesponsorte, zum Besipiel Software, ist und die verteilt wird, entstammt nicht einem moralischen Vorwurf á la "Du laesst dich bezahlen fuer etwas, das wir umsonst brauchen." Der darin enthaltene Widerspruch ist es, der die Grenzen der Eigen-Bewegung ersteinmal markiert. Wie vor Jahren Geert Lovink sagen musste, er koenne sein Buch _Dark Fibre_ nicht ohne Courtage distribuieren, weil er ja auch von irgendetwas leben muesse, um das Buch dann bezahlt von der Bundeszentrale fuer Politische Bildung wiederzufinden. Bezahlt aus dem Etat der Regierung (Bundesministeriums des Innern), deren Fonds aus den dem Profit abgenommenen Werten (in Geld realisiert) der Arbeiter stammen. Mit anderen Worten: Montevideo in Amsterdam (wo jaromil als Kuenstler residierte) oder deutsches Ministerium, die Ware, die aus dem Markt herausgefallen ist, ist nicht freie Unware, weil sie nicht demokratisch sein kann. Die "crowbar know-how" ist die Brechstange der eigenen Arbeitsleistung, die der doppelt freie Coder (frei von Eigentum und frei zum Verkauf seiner Arbeit) auf dem Staatsmarkt der Kuenste anbieten muss, und die ihm Migration ermoeglicht oder auch den Selbstmord - wie in den 'Faellen' des ersten Arbeitsmarktes im Ingenieur-Sektor, Abteilung Renault in Frankreich. Yelena Simc ------------------------------------------------------------------------ 5. CALL FOR PIECES for the CD & Website "The Reproduction Circuit of Capital" Should we ask for the noise of the production of surplus, which audible effect does fixed capital have, or whether copy&paste in the wave-editor or the lyrics make somehow political sound? Here you can see the Capital-Circuit www.n0name.de/kapitalkreislauf (in german, translation available). And you can see, that all wage labor has its prize. What is still missing now is your non-capitalistic contribution, which we can incorporate into the everyday practice of the criticism of the political economy! Together with real,-Mapping we are looking for tracks, pieces, songs, audiomaterial related to the Reproduction Circuit of Capital. We will burn all contributions as MP3 on a CD and publish the data online on a website. The contributors will be meantioned. All pieces will be set in relationships on a map there, in order to bring the various materials into an overview. In may 2007 a releaseparty will take place in Berlin within the context of the globalRADIO during the filmfestival globale07 in the Haus Schwarzenberg/Neurotitan. All tracks will be played and we will distribute the CDs as give-away. radi0.tv will audiostream supported by gradio.org. Please watch out for e-mailflyers! There will be no limit to lenght of the track or the file size. n0name reserves decreasing for technical and contentwise reasons. Because of the ruling bourgeois rights n0name says: By sending to n0name, c/o top e.V. the authoress/author declares all audiomaterial sent in by her/him free to copy for the CD, the website and the events in connection with the poject "The Reproduction Circuit of Capital". We point out that every download of tracks from the website is an act of copying. The sender is responsible to the exploitation corporations. The participation is unfortunately possible only under this circumstances. The author by participating agrees to these conditions. The common copyright remains with the authoress. The project explicitly does not support the Creative Commons campaign. There will be no award. As thanks each will receive 3 CDs with the diagram. The project is not powered by any grant at present, so we may restrict this to 1 CD. You are working, because you are collaborating. Please send your data with informations about the file as *.WAV or *.MP3 to: n0name "Capital-Circuit" c/o top e.V. Postfach 170134 10203 Berlin Germany Deadline: Thursday, 5th of April 2007 24:00 h Contact: label(at)n0name.de A coop of real,-Mapping, top e.V. und n0name With thanks to MXKS Berlin, 13th of February 2007 ======================================================================== Sie erhalten den n0name newsletter, weil sie da sind!/You get the n0name newsletter, because you are there! *Bitte weiterleiten!/Please forward!* (c) 1999-2007 n0name, die Autorinnen & Autoren und die Maschinen Supported by XPECT MEDIA http://www.xpect-media.de Sponsored by FONDS -------------------- Ende des n0name newsletter #110 --------------------