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n0name live! 9./10.6.2001 01:04 & post! 11.6.2001 von Borderline - Cliffhanger (Update i.d. nexten Tagen!)


Borderleins erster Abend (8.6.2001)


Zusammenfassung und Assoziationen zu Doktor med. Jürgen Bohls Eröffnungsreferat und zur Performance „Opfer am Südrand des Nichts“
Zwischen dem eindringlich Vorgetragenem, dem Aneinanderketten von  griech., christl., buddhist., polit., künstl. Mythologien/Symbolen in visueller sowie skriptiver Form und einem bedächtigen wie selbstverständlichen Aktionismus: ein überfahrener Hase als Schablone für eine blaubesprühte Leinwand, Baumquerschnitt mit eingeschnitztem ägyptischem Lebenszeichen, eigene Blutentnahme durch einen Freund und damit das Anch bemalen..., bemerkte man seine Zielsetzung eines metaphysischen Ideals im Sinne des Humanismus:
Begrenzung  des Lebens durch Geburt und Tod -  „an Grenzen eröffnen sich Erfahrungen“  -  Grenzerfahrung  -
Grenzöffnung: nicht rational möglich, sich dem Anderen/ Fremden, welches man vielleicht selbst ist, zu öffnen  -  Grenzübergänge  -  Grenzüberschreitung: Glaube an das Absolute, welches auch wieder nur eine Begrenzung sein kann, da es aufhebt, ganz macht, abschliesst.Das wiederstrebte der Zielsetzung der Nazionalsozialisten: Zerstörung all dessen, was das 1000jährige Reich (das immer währende) in Frage stellen oder Begrenzen  könnte. Dabei wurde ausser acht gelassen, dass gerade das eine Begrenzung der Universalität ist und gerade deshalb auch nicht mehr als solches benannt werden kann.
Bohls These: Aus Angst vor dem Nichts, die sich heute zu einem Wahn ausformuliert hat, wiederholt sich der Glaube an das Absolute z.B. in der Hoffnung an den technischen Fortschritt oder die totale Sicherheit, in der  wahnhaften Flucht in mehr oder minder selbst gewählte Aufgaben, um ein „sinnvolles“ Leben zu führen, das von der Selbstaufopferung bis zur Selbstzerstörung führen kann. „Im Schlund des Leviathan“ längst verschwunden. (ich sitze hier um 4.oouhr nachts und muss in 3h wieder aufstehen !) Dies aber könne „geheilt“ werden.
(„Aufopferung soll Wandlung initiieren“; „Kinder ahnen in sich den Frühling.“; „Das Land der Griechen mit der Seele suchen“; „Wenn Würde ein Wert würde...“; „My thoughts are my children.“ „Die Entartung der Idee, das ist wohl das “Höchste Laster!”.“)
Aber eben nicht durch den Wahncharakter von Autonomie-Bestrebungen bzw. der Hybris des Selbst: denn „was kann der Mensch schon selbst bestimmen ?“ Er sei dem Kollektiven immer ausgesetzt und befinde sich somit in einer sozialen Verantwortung. Was ist also Borderline ?
Entgrenzung ( des Daseins ): „Irritationen untergraben die Sicherheit (?)“
Grenzbereiche entgrenzen
Borderline ist eine „krankhafte Störung“. Sie hat folgende Symptome:
-  verzweifeltes Bemühen, Verlassenwerden zu vermeiden
-  Idealisierungen und extreme Abwertung
-  Identitätsstörungen
-  Impulsivität, sich selbst damit schädigend
-  suizidale Anwandlungen
-  Instabilität der Gefühlswelt
-  Wutausbrüche ...
-  paranoide Zustände

Es müssen mindestens 5 der oben genannten Symptome zu erkennen sein, damit von borderline gesprochen werden kann.

„Wenn ihr euch (als Nichts) erkennt, werdet ihr (als Nichts) erkannt werden.“
Und „Ich weiss nichts ausser eben diesen Umstand.“


Später am Abend gab es eine längere Diskussion darüber, ob man inhaltlich über den Vortrag diskutieren soll/will/kann oder nicht, wobei die Meinungen zum Teil stark divergierten.
personal comment:   Abgrenzung   :   „das darf nicht benannt werden – das ist indiskutabel.“
Almut Juerries

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n0name live! von Borderline 9.6.2001 16:59

nachtrag dr. juergen bohl (8.6.2001):
buzzword-check diskussion am tisch bei
bratwurst & bier: befindlichkeit ist keine
analyse, gesamtkunstwerk boese, paranoia
vor un-praezision, 'wir' ist wer?

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