Für assoziationistische Sessions
 
 
Die "Welt der Jamsessions" ist zu Rampengaga und billigen Gigs degeneriert und befindet sich offenbar im Regress. Weder der Rückgriff auf das Gute Alte Handgemachte Akustische noch das "Wollt Ihr den totalen Krach?" helfen weiter. Dabei liegen nicht nur online alle Möglichkeiten vor uns, auf die Geschichte der Musik und ihren Fundus zuzugreifen. Darum muss - auch wenn es utopisch klingt - für assoziationistische Sessions etwas getan werden. Also für das möglichst freie und reflektierte Zusammenspiel, der Assoziation also. Ohne Esoterik und Rhizomquark und ohne Free Jazz-Patriarchen. Deshalb:

1.
Abschaffung der Bühnen zugunsten polylogischer <vielstimmiger> Gestaltungsräume, ohne falsche Partizipation und ohne Trennung in
Publikum und Könner, Tänzer und DJs.
  
2.
Rotation der Aufgaben vor Ort, am Mixer, an der Theke, am Eingang, an
den Instrumenten, am Licht...
  
3.
Nutzung aller lokal vorhandener Maschinen, Instrumente und Medien ohne tradierten Aufbau und ohne bürokratisch gesteuerte Inszenierung.
  
4.
Kein Set, Kein Line-up, Kein Jam, kein Noise-Control getarnt als Soundcheck.
  
5.
Kritik der Show und des Auftritts, der Band und des Orchesters und der
Kopie des Stargestus.
  
6.
Kritik von Musik als Musizieren hin zur spielerischen Erprobung audibler Herstellungsweisen.
  
7.
Zulassen von professioneller Unprofessionalität und Dilettanten und Dilettantinnen.
  
8.Abwahl der Sozialarbeiter am Mischpult und an der Sicherung.
  
9.
Freie Motiv- und Klangwahl bei Anerkennung von Geräusch als Basis für
die Organisation von auditivem Material bei Diskussion (auch verbal !) von
Stilen, z.B. auch von Krach.
  
 
Keine 10. Sinfonie !

38317, 21. Juli 2010